Zum Inhalt

Katzenfutter: Nass, trocken oder Barf und wie du ein gutes Futter am Etikett erkennst

Ernährung 8 Min. Lesezeit geprüft November 2026, 6 Quellen

Katzenfutter: eine Katze schnuppert an Nassfutter und Trockenfutter

Gutes Katzenfutter ist ein Alleinfuttermittel mit viel tierischem Eiweiß, einem klar benannten Fleischanteil und ohne Zucker. Ob nass, trocken oder gebarft ist zweitrangig, solange die Ration vollständig ist und deine Katze genug Flüssigkeit bekommt. Für die meisten Katzen ist ein Nassfutter als Basis die einfachste gute Wahl.

Was braucht eine Katze im Futter?

Katzen sind reine Fleischfresser. Ihr Körper ist darauf ausgelegt, Energie vor allem aus Eiweiß und Fett zu gewinnen, nicht aus Kohlenhydraten. Einige Nährstoffe kann eine Katze außerdem nicht selbst herstellen und muss sie fertig aus tierischem Gewebe aufnehmen.

Laut MSD Veterinary Manual braucht eine erwachsene Katze mindestens 26 Prozent Eiweiß in der Trockenmasse des Futters, deutlich mehr als ein Hund. Außerdem kann sie Beta-Carotin nicht in Vitamin A umwandeln und kaum eigenes Niacin bilden. Fehlt Taurin dauerhaft, drohen Schäden an Augen und Herz, etwa eine bestimmte Herzmuskelerkrankung (dilatative Kardiomyopathie).

Deshalb kann eine Katze auch nicht vegetarisch oder vegan leben, ohne dass man sehr aufwendig künstlich ergänzt. Ein gutes Futter liefert all das in der richtigen Menge, ohne dass du nachrechnen musst.

  • hochwertiges tierisches Eiweiß als Hauptbestandteil
  • Taurin, wichtig für Herz und Augen
  • Arachidonsäure, eine Fettsäure aus tierischem Fett
  • Vitamin A in fertiger Form, weil Katzen es nicht aus Karotten bilden können
  • ausreichend Wasser, entweder im Futter oder aus dem Napf

Nassfutter, Trockenfutter, Barf: die drei Wege im Überblick

Nassfutter enthält rund drei Viertel Wasser und kommt der natürlichen Beute am nächsten. Es hilft Katzen, die von Natur aus wenig trinken, genug Flüssigkeit aufzunehmen. Dafür ist es teurer pro Tag und muss nach dem Öffnen rasch verbraucht werden.

Trockenfutter ist praktisch, lange haltbar und günstig, aber sehr energiereich und enthält kaum Wasser. Wer es füttert, muss genau abwiegen und dafür sorgen, dass die Katze viel trinkt. Barf, also rohes Fleisch mit Ergänzungen, ist die aufwendigste Variante und funktioniert nur mit einem berechneten Plan.

Zur Einordnung nennt das Cornell Feline Health Center diese Wasseranteile: Trockenfutter hat etwa 6 bis 10 Prozent Feuchtigkeit, halbfeuchtes Futter um die 35 Prozent und Nassfutter mindestens 75 Prozent. Von roher oder nur leicht gegarter Fütterung rät Cornell eher ab, weil Bakterien, Viren und Parasiten übertragen werden können und ein klarer gesundheitlicher Vorteil nicht belegt ist. Wer trotzdem barfen will, braucht einen sorgfältig berechneten Plan.

Viele Halterinnen kombinieren: Nassfutter als Hauptmahlzeit, ein paar Stück Trockenfutter im Futterball als Beschäftigung. Das ist völlig in Ordnung, solange die Gesamtmenge stimmt. In unseren Ratgebern zu Nassfutter, Trockenfutter und Barfen findest du die Details zu jeder Variante.

Alleinfutter oder Ergänzungsfutter? Der wichtigste Satz auf der Dose

Der erste Blick aufs Etikett gilt nicht dem Bild mit dem saftigen Lachs, sondern einem kleinen Wort: Alleinfuttermittel. Nur ein Alleinfutter enthält alle Nährstoffe, die eine Katze braucht, und kann dauerhaft als einzige Nahrung gefüttert werden.

Ergänzungsfuttermittel sind dagegen Snacks, Leckerli oder Feinkostdosen mit reinem Fleisch oder Fisch. Die schmecken Katzen oft besonders gut, sind aber unvollständig. Wer nur Ergänzungsfutter gibt, riskiert über Monate einen Mangel an Taurin, Kalzium oder Vitaminen. Ergänzungsfutter ist also die Nachspeise, nicht das Hauptgericht.

Typische Ergänzungsfutter sind Dosen mit „Thunfisch pur“, „Hühnerbrust in Jelly“ oder Filets ohne weitere Zusätze. Sie sind als Abwechslung zwei-, dreimal pro Woche völlig in Ordnung, ersetzen aber keine vollständige Mahlzeit. Steht auf der Rückseite klein „Ergänzungsfuttermittel“, weißt du Bescheid.

Nach dem Futtermittelrecht ist ein Alleinfuttermittel eine Mischung, die wegen ihrer Zusammensetzung für die tägliche Ration ausreicht. Ein Ergänzungsfuttermittel reicht nur zusammen mit anderen Futtermitteln. Zur zweiten Gruppe gehören auch Snacks, Kauartikel und Pasten, die man als Belohnung oder zur Beschäftigung gibt. Auf der Packung muss außerdem stehen, für welche Tierart und gegebenenfalls welche Altersgruppe das Futter gedacht ist, etwa „Alleinfuttermittel für Katzenkinder“.

Etikett lesen: so findest du den echten Fleischanteil

Unter Zusammensetzung stehen die Zutaten nach Gewicht sortiert, die größte zuerst. Prozentangaben für jede Zutat sind nicht vorgeschrieben. Pflicht wird die Prozentangabe erst, wenn eine Zutat auf der Packung in Worten oder Bildern hervorgehoben wird, also etwa das Lachsfoto auf der Dose. Steht an erster Stelle Fleisch mit einer genauen Prozentangabe, etwa Huhn 60 Prozent, ist das ein gutes Zeichen.

Erlaubt sind auch Sammelbegriffe wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“. Dahinter können alle Teile geschlachteter warmblütiger Landtiere stecken, und welche genau, verrät das Etikett dann nicht. Eine offene Deklaration, bei der jede Zutat einzeln genannt wird, ist deshalb ehrlicher. Wer es genau wissen will, kann beim Hersteller nachfragen, denn auf der Packung muss eine Kontaktmöglichkeit für zusätzliche Informationen stehen.

Achte auch auf die Formulierung im Produktnamen. Was sie nach dem Kennzeichnungsleitfaden der europäischen Heimtierfutterbranche (FEDIAF) bedeutet, zeigt die Tabelle unten.

Innereien wie Herz, Leber oder Magen sind übrigens kein Zeichen für schlechtes Futter. Für Katzen sind sie wertvoll und liefern wichtige Nährstoffe. Entscheidend ist, dass sie genau benannt sind.

  • Alleinfuttermittel statt Ergänzungsfuttermittel
  • Fleisch an erster Stelle, mit Prozentangabe
  • einzelne Fleischsorten und Innereien genau benannt
  • kein Zucker, kein Karamell, keine Melasse
  • wenig Getreide und pflanzliche Füllstoffe
  • Taurin unter den Zusatzstoffen angeführt
Was der Produktname über den Fleischanteil verrät (FEDIAF)
Formulierung auf der PackungMindestanteil der genannten Zutat
„Huhn“ oder „Huhn-Menü“, „Huhn-Dinner“mindestens 26 Prozent
„reich an Huhn“, „mit viel Huhn“mindestens 14 Prozent
„mit Huhn“mindestens 4 Prozent
„mit Huhngeschmack“weniger als 4 Prozent
Katzenfutter Etikett lesen: Halterin prüft die Zusammensetzung auf der Dose

Die Analysewerte verstehen

Unter analytische Bestandteile (oder Inhaltsstoffe) müssen bei Alleinfutter für Katzen Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche stehen. Die Begriffe klingen seltsam, sind aber Laborwerte. Die Tabelle unten zeigt, was dahintersteckt.

Um Nass- und Trockenfutter fair zu vergleichen, musst du das Wasser herausrechnen. Ein Nassfutter mit 10 Prozent Protein und 80 Prozent Feuchtigkeit hat in der Trockenmasse etwa 50 Prozent Protein. Das ist mehr als bei vielen Trockenfuttern, die auf der Packung mit 30 Prozent eindrucksvoller wirken.

Die Kohlenhydrate stehen nicht auf der Packung, du kannst sie aber grob ausrechnen: 100 minus Feuchtigkeit, minus Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche. Bei manchem Trockenfutter bleibt da erstaunlich viel übrig, auch wenn groß „getreidefrei“ draufsteht. Für einen echten Fleischfresser ist ein niedriger Wert besser.

Ein Beispiel aus der Tierernährung zeigt, wie stark das täuscht: Ein Trockenfutter mit 22 Prozent Rohprotein und 10 Prozent Feuchtigkeit hat in der Trockenmasse rund 24 Prozent Eiweiß, ein Nassfutter mit nur 7 Prozent Rohprotein und 80 Prozent Feuchtigkeit dagegen 35 Prozent.

Analytische Bestandteile auf dem Katzenfutter-Etikett
AngabeWas sie bedeutetWorauf du achtest
RohproteinEiweißgehalt, berechnet aus dem Stickstoffsagt nichts über die Qualität des Eiweißes
RohfettFettgehalt, wichtigster Energielieferanthoher Wert heißt viel Energie, Menge anpassen
Rohfaserschwer verdauliche, meist pflanzliche Bestandteilekleine Mengen regulieren die Verdauung
RohascheMineralstoffe, die beim Verbrennen übrig bleibenüber ca. 10 Prozent sinkt der Energiegehalt
FeuchtigkeitWasseranteilnötig zum Umrechnen auf die Trockenmasse
Kohlenhydratenicht angegebenselbst ausrechnen, siehe oben

Zusatzstoffe, Werbeversprechen und Diätfutter

Unter Zusatzstoffe stehen Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren wie Taurin, die bei Alleinfutter fast immer zugesetzt werden. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern sorgt dafür, dass das Futter vollständig ist. Vitamin A und D sowie Kupfer müssen mit ihrem Gehalt angegeben werden, Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Antioxidantien mit Hinweisen wie „mit Antioxidans“ oder „konserviert mit“.

Werbesprüche auf der Packung darfst du kritisch lesen. Ein Futter darf laut Futtermittelrecht nicht damit werben, eine Krankheit zu verhindern, zu behandeln oder zu heilen. Begriffe wie „getreidefrei“ sagen nur, dass kein Getreide drin ist, nicht wie viel Fleisch oder wie wenige Kohlenhydrate.

Ein typisches Beispiel: „Mit wertvollem Fischöl“ klingt nach viel, in der Zusammensetzung steht dann aber „Öle und Fette (davon 1 % Fischöl)“. Weil die Zutat beworben wird, muss der Anteil genannt werden, und genau dort lohnt der zweite Blick.

Eine Sonderrolle hat Diätfutter. Es ist für einen besonderen Ernährungszweck gedacht, etwa zur Unterstützung der Nierenfunktion bei chronischer Niereninsuffizienz, und muss diesen Zweck auf der Packung nennen. Diätfutter gehört in die Hand der Tierarztpraxis: Für eine gesunde Katze ist es nicht gedacht, für eine kranke Katze aber oft ein wichtiger Teil der Behandlung.

Kitten-, Adult- und Seniorfutter: das richtige Futter je Lebensphase

Auf jeder Packung steht, für welche Lebensphase das Futter gedacht ist: Wachstum, Erwachsenenalter, Trächtigkeit und Säugezeit oder alle Lebensphasen. Kittenfutter hat mehr Energie, Eiweiß und Kalzium fürs Wachstum. In der Regel bekommt ein Kitten etwa bis zum ersten Geburtstag Kittenfutter, bei spät ausgewachsenen großen Rassen auch länger.

Futter für kastrierte Katzen („Sterilised“) ist auf einen geringeren Energiebedarf ausgelegt, weil kastrierte Tiere leichter zunehmen. Seniorfutter ist oft leichter verdaulich und etwas an ältere Nieren angepasst. Eine feste Altersgrenze dafür gibt es nicht, lass das beim jährlichen Check mit der Tierarztpraxis besprechen.

Wichtig bei Tragzeit und Säugezeit: Eine trächtige oder säugende Katze braucht deutlich mehr Energie. Gut geeignet ist ein Futter, das ausdrücklich für Wachstum oder für Trächtigkeit und Säugezeit ausgewiesen ist, oft ist das ein Kittenfutter. Mehr zum Thema steht im Ratgeber zur schwangeren Katze.

Katzenfutter für Senioren: ältere Katze frisst aus einem erhöhten Napf

Checkliste: gutes Katzenfutter in fünf Minuten erkennen

Im Geschäft oder Onlineshop hast du selten Zeit für ein Studium der Dose. Mit den Fragen unten kommst du schnell zu einer guten Entscheidung.

Hat ein Futter den Check bestanden, entscheidet deine Katze. Kauf neue Sorten zuerst in kleinen Packungen, beobachte zwei, drei Wochen lang Appetit, Kot und Fell, und bleib dann bei zwei oder drei Sorten, die gut funktionieren. Teuer ist dabei kein Qualitätsmerkmal, ein durchschnittlich teures Futter mit gutem Etikett schlägt oft die Feinkostdose mit Glitzerverpackung.

  • Steht Alleinfuttermittel und die passende Lebensphase drauf?
  • Steht eine klar benannte Fleischsorte an erster Stelle, am besten mit Prozentangabe?
  • Passt die Bezeichnung zum Inhalt (Huhn, reich an Huhn, mit Huhn)?
  • Ist kein Zucker, Karamell oder Melasse in der Zutatenliste?
  • Bleiben nach dem Umrechnen wenig Kohlenhydrate übrig?
  • Werden Zusatzstoffe wie Taurin genannt?

Futter wechseln, ohne dass der Bauch rebelliert

Katzen reagieren auf plötzliche Futterwechsel gern mit Durchfall oder Erbrechen, oder sie verweigern das neue Futter einfach. Misch das neue Futter deshalb über sieben bis zehn Tage schrittweise unter das alte, mit kleinen Mengen beginnend.

Ein bewährter Plan: an den ersten Tagen etwa ein Viertel neues Futter, dann die Hälfte, dann drei Viertel und schließlich nur noch das neue Futter. Verweigert deine Katze das neue Futter ganz, zwing sie nicht mit Hunger dazu, sondern geh einen Schritt zurück. Frisst sie einen Tag lang gar nichts, ruf in der Tierarztpraxis an, mehr dazu im Ratgeber, wenn die Katze nicht frisst.

Ein bisschen Abwechslung zwischen zwei oder drei Sorten, die deine Katze gut verträgt, ist sinnvoll. Wer immer nur ein einziges Futter kennt, wird oft extrem wählerisch. Und egal welches Futter: Zwiebel, Knoblauch und Schokolade haben im Katzennapf nichts verloren, auch nicht als Rest in einer Sauce. Weintrauben und Rosinen stehen im Verdacht, die Nieren zu schädigen (bei Hunden belegt), deshalb sind sie tabu.

Häufige Fragen

Ist teures Katzenfutter automatisch besser?

Nein. Der Preis sagt wenig über die Qualität aus, entscheidend sind das Etikett und wie gut deine Katze das Futter verträgt. Ein mittelpreisiges Alleinfutter mit hohem, klar benanntem Fleischanteil kann besser sein als eine teure Dose mit schönem Bild.

Braucht eine Katze Getreide im Futter?

Nein, Katzen brauchen kein Getreide. Kleine Mengen schaden gesunden Katzen aber nicht. Problematisch wird es, wenn Getreide oder andere pflanzliche Stoffe weit vorne in der Zutatenliste stehen und das Fleisch verdrängen.

Woran merke ich, dass ein Futter meiner Katze gut tut?

Sie frisst gern, hält ihr Gewicht, hat glänzendes Fell, festen Kot ohne starken Geruch und wirkt munter. Häufiges Erbrechen, Durchfall oder stumpfes Fell nach einem Wechsel sind Zeichen, dass das Futter nicht passt.

Ist Katzenfutter aus dem Supermarkt schlecht?

Nicht automatisch. Ob ein Futter aus dem Supermarkt, der Tierhandlung oder der Tierarztpraxis kommt, sagt wenig über die Qualität. Entscheidend ist, dass es ein Alleinfuttermittel ist, ein klar benannter Fleischanteil weit vorne steht und kein Zucker drin ist.

Wie lagere ich Katzenfutter richtig?

Trockenfutter luftdicht verschlossen an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren und das Ablaufdatum im Blick behalten, damit das Fett nicht ranzig wird. Angebrochene Dosen und Schälchen kommen abgedeckt in den Kühlschrank. Vor dem Füttern kurz auf Zimmertemperatur bringen, dann riecht das Futter für die Katze wieder verlockend.

Was heißt „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“?

Das ist eine erlaubte Sammelbezeichnung für alle Fleischteile geschlachteter warmblütiger Landtiere und Erzeugnisse aus deren Verarbeitung. Das kann wertvolles Herz oder Leber sein, aber auch weniger hochwertige Teile. Welche Tiere und welche Teile genau drin sind, sagt der Begriff nicht.

Quellen

Stand der Prüfung: November 2026

Für Katzenleit mit Schmäh

Des, wos si dei Katz eh denkt. Als Leiberl, Hoodie oder Pulli.

Des könnt di a interessieren