Katzen füttern: Wie oft, wie viel und wo der Napf am besten steht
Ernährung · aktualisiert November 2026
Erwachsene Katzen fressen am liebsten mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, mindestens zwei, besser fünf kleine Portionen. Die richtige Menge findest du über die Fütterungsempfehlung auf der Packung als Startwert und die Waage als Kontrolle. Napf, Wasser und Katzenklo stehen dabei immer an getrennten, ruhigen Plätzen.
Wie oft am Tag sollte man eine Katze füttern?
In der Natur fängt eine Katze viele kleine Mäuse über Tag und Nacht verteilt. Ihr Magen ist auf kleine Portionen ausgelegt, und genau das solltest du nachahmen. Die Katzentierärzte der AAFP empfehlen, die Tagesration auf mehrere kleine Mahlzeiten über 24 Stunden zu verteilen. Zwei Mahlzeiten funktionieren bei vielen gesunden Katzen, mehrere kleinere Portionen sind aber näher an ihrer Natur und beugen Schlingen und Erbrechen vor.
Wenn du tagsüber arbeitest, ist das trotzdem machbar: eine Portion in der Früh, eine nach der Arbeit, eine spät am Abend. Ein Futterautomat mit Kühlakku kann mittags eine kleine Nassfutterportion übernehmen.
Wann genau du fütterst, ist weniger wichtig als die Regelmäßigkeit. Das Cornell Feline Health Center rät: einen Rhythmus finden, der zu dir und deiner Katze passt, und ihn dann beibehalten. Katzen haben eine sehr genaue innere Uhr und erinnern dich gern daran, wenn du fünf Minuten zu spät bist.
Für Kitten und Senioren gelten etwas andere Regeln, die Übersicht nach Alter findest du gleich im nächsten Abschnitt.
Katzen füttern nach Alter: Kitten, Erwachsene, Senioren
Wie oft gefüttert wird, hängt stark vom Alter ab. Kitten brauchen pro Kilo Körpergewicht deutlich mehr Futter als erwachsene Katzen und haben einen winzigen Magen, deshalb bekommen sie mehr Mahlzeiten. Die Richtwerte in der Tabelle stammen vom Cornell Feline Health Center und sind Mindestangaben: Mehr kleine Portionen sind immer in Ordnung, solange die Tagesmenge stimmt.
Wie es in den allerersten Wochen läuft, von der Muttermilch bis zum ersten Kittenfutter, steht im Ratgeber zu Babykatzen. Bei Senioren lässt der Appetit oft nach, und kleine, häufige Portionen in gut riechender Form werden lieber angenommen.
| Alter | Mahlzeiten pro Tag | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| bis 6 Monate | mindestens 3, gern mehr kleine | Kittenfutter, Wachstum braucht viel Energie |
| 6 bis 12 Monate | mindestens 2, gern mehr kleine | Menge an das Wachstum anpassen, nach der Kastration aufs Gewicht achten |
| erwachsen (ab ca. 1 Jahr) | mindestens 2, ideal mehrere kleine | Gewicht und Figur regelmäßig prüfen |
| Senioren (ab ca. 10 Jahren) | wie Erwachsene, oft lieber kleiner und öfter | Appetit beobachten, Futter mit der Praxis abstimmen |
| Katzen mit Diabetes oder Nierenerkrankung | nach Plan der Tierarztpraxis | Diätfutter, z. B. weniger Kohlenhydrate bzw. weniger Phosphor |
Wie viel Futter braucht eine Katze?
Eine feste Zahl, die für alle Katzen passt, gibt es nicht. Der Bedarf hängt vom Gewicht, vom Alter, von der Aktivität und davon ab, ob die Katze kastriert ist. Eine junge Freigängerin, die stundenlang durch die Wiesen streift, braucht deutlich mehr als ein kastrierter Kater, der den Tag am Heizkörper verbringt.
Nimm die Fütterungsempfehlung auf der Packung als Startwert. Sie richtet sich nach einer durchschnittlichen Katze und ist für eine gemütliche Wohnungskatze oft zu großzügig. Wiege die Katze dann alle ein bis zwei Wochen: Nimmt sie zu, reduzierst du um etwa ein Zehntel. Nimmt sie ab, obwohl sie schlank ist, gibst du etwas mehr. Nach ein paar Wochen kennst du die Menge, bei der dein Tier stabil bleibt.
Wichtig: Die Empfehlung gilt immer für ein Futter allein. Gibst du Nass- und Trockenfutter gemischt, musst du beide Mengen anteilig kürzen. Und auch Leckerli zählen mit.
Neben der Waage hilft der Blick auf die Figur. Tierärzte nutzen dafür eine Skala von 1 bis 9, bei der 5 ideal ist: Die Rippen lassen sich unter einer dünnen Fettschicht leicht ertasten, und von oben ist eine Taille zu sehen. Übergewicht ist laut Cornell das häufigste Ernährungsproblem bei Katzen. Katzen, die 20 Prozent oder mehr über ihrem Normalgewicht liegen, erkranken etwa viereinhalbmal so häufig an Diabetes wie schlanke. Wenn deine Katze abnehmen soll, findest du die Details im Ratgeber zur Katze Diät.
Am genauesten ist es, die Tagesration morgens auf der Küchenwaage abzuwiegen und über den Tag zu verteilen. Gibst du Nass- und Trockenfutter gemischt, rechnest du beide Anteile herunter, die Unterschiede der beiden Futterarten stehen in den Ratgebern zu Nassfutter und Trockenfutter.
Feste Zeiten oder Futter rund um die Uhr?
Ein ständig voller Napf mit Trockenfutter ist bequem. Für manche Katzen funktioniert das, viele Wohnungskatzen fressen dann aber zu viel und nehmen zu. Außerdem merkst du nicht, wenn deine Katze plötzlich weniger frisst, und das ist oft das erste Zeichen einer Krankheit. Wenn du Futter stehen lässt, tausch es mindestens täglich gegen frisches aus.
Besser sind feste Mahlzeiten mit abgewogenen Portionen. Katzen lieben Routine und gewöhnen sich schnell an einen Rhythmus. Der Nebeneffekt: Du siehst bei jeder Mahlzeit, ob deine Katze wie gewohnt frisst. Wenn sie dich um fünf Uhr früh mit der Pfote im Gesicht weckt, hilft eine Portion aus dem Futterautomaten, die kurz vorher freigegeben wird.
Ein Futterautomat kann helfen, wenn du lange außer Haus bist. Die AAFP weist aber darauf hin, dass er das Jagen und Suchen nicht ersetzt. Kombiniere ihn deshalb mit ein paar Futterspielen, wenn du zu Hause bist.
Futter als Beschäftigung: Fummelbrett und Futtersuche
Eine Katze in freier Natur verbringt viel Zeit damit, ihr Futter zu suchen und zu fangen. Eine Wohnungskatze bekommt es serviert und hat dann viel Zeit für Langeweile. Die AAFP empfiehlt deshalb, Futter mit Beschäftigung zu verbinden: Futterspiele und im Haus versteckte Trockenfutterbrocken machen Katzen aktiver und können das Betteln verringern.
Fang einfach an, sonst gibt deine Katze frustriert auf. Die ersten Futterspiele sollten leicht zu lösen sein, erst später wird es kniffliger. Das hilft auch Katzen, die ihr Futter hinunterschlingen und danach erbrechen.
Bei älteren Katzen mit steifen Gelenken oder schlechten Zähnen wählst du einfache Varianten, bei denen die Brocken leicht herausfallen. Ein Teil der Tagesration darf immer auch ganz normal im Napf liegen, damit niemand hungrig bleibt, wenn das Spiel einmal zu schwer ist.
- Fummelbrett oder Futterball, aus dem beim Rollen Brocken fallen
- ein Eierkarton oder eine Klopapierrolle mit ein paar Brocken drin
- kleine Portionen an wechselnden Orten verstecken, etwa am Kratzbaum oder im Karton
- einen Teil der Tagesration als Belohnung beim Spielen mit der Federangel verwenden
Der richtige Futterplatz in der Wohnung
Katzen sind beim Essen heikel, und zwar nicht nur beim Futter selbst. Sie fressen nicht gern neben dem Katzenklo, im Durchgangsbereich oder neben der lauten Waschmaschine. Ein ruhiger Platz, an dem sie mit dem Rücken zur Wand fressen und den Raum im Blick behalten kann, ist ideal.
Wasser stellen viele Katzen lieber getrennt vom Futter auf. Fachleute vermuten, dass sie in der Natur Wasser in der Nähe ihrer Beute meiden, weil es verunreinigt sein könnte. Mehrere Wasserstellen in der Wohnung oder ein Trinkbrunnen animieren zum Trinken.
Beim Trinken hilft das Futter mit: Nassfutter besteht laut Cornell zu etwa 70 bis 80 Prozent aus Wasser. Katzen, die nur Trockenfutter bekommen, müssen dagegen jederzeit reichlich frisches Wasser haben, besonders wenn sie zu Harnwegsproblemen neigen. Trinkt deine Katze auffällig wenig, findest du Tipps im Ratgeber dazu, wenn die Katze wenig trinkt.
Und noch ein Punkt, den viele unterschätzen: Futter und Katzenklo gehören nicht in denselben Raum, wenn es sich vermeiden lässt. Auch du würdest ungern neben der Toilette essen, und Katzen haben eine viel feinere Nase als wir.
- Futterplatz weit weg vom Katzenklo
- ruhiger Ort ohne Durchgangsverkehr
- Wasser an einem eigenen Platz, gern an mehreren Stellen
- flache, breite Näpfe, damit die Schnurrhaare nicht anstoßen
- Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl, täglich gespült
Mehrere Katzen füttern ohne Futterneid
Leben zwei oder mehr Katzen zusammen, frisst oft eine schneller und klaut der anderen etwas weg. Die stille Katze verliert dann Gewicht, die dominante legt zu. Gib deshalb jeder Katze ihren eigenen Napf. Die AAFP rät zu mehreren Futterstellen, die voneinander nicht einsehbar sind, also etwa hinter einer Ecke oder in getrennten Räumen. Eine Katze zu zwingen, direkt neben einer Mitbewohnerin zu fressen, die sie nicht mag, macht Stress.
Bleib in den ersten Tagen dabei und beobachte, wer was frisst. Bekommt eine Katze Spezialfutter, etwa ein Nierendiätfutter, kann ein Futterautomat mit Chiperkennung helfen, der sich nur für die richtige Katze öffnet.
Stell bei mehreren Katzen auch mehrere Wasserstellen auf, damit keine an einer anderen vorbei muss, um trinken zu können. Und wiege alle Katzen regelmäßig: Wer langsam abnimmt, kommt vielleicht gar nicht mehr ans Futter.
Futter lagern und Näpfe sauber halten
Auch das beste Futter wird schlecht, wenn es falsch gelagert wird. Trockenfutter gehört luftdicht verschlossen an einen kühlen, trockenen Ort, damit das Fett nicht ranzig wird. Ein Blick aufs Ablaufdatum lohnt sich gerade bei Großpackungen. Angebrochene Dosen und Schälchen kommen abgedeckt in den Kühlschrank.
Viele Katzen mögen Nassfutter aus dem Kühlschrank nicht, weil es kaum riecht. Lass die Portion kurz auf Zimmertemperatur kommen oder misch einen Löffel warmes Wasser darunter. Laut Cornell schreckt ein schmutziger Napf manche Katzen vom Fressen ab, deshalb wird er nach jeder Nassfuttermahlzeit gespült.
Trockenfutter, das den ganzen Tag im Napf steht, nimmt Feuchtigkeit und Gerüche auf. Füll deshalb lieber kleine Mengen nach, statt den Napf randvoll zu machen, und wasch ihn einmal täglich aus. Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl lassen sich leichter sauber halten als zerkratzte Plastiknäpfe.
Häufige Fehler beim Katzen füttern
Die meisten Fütterungsfehler passieren aus Liebe. Wer sie kennt, vermeidet sie leicht:
Manche Lebensmittel, die für uns harmlos sind, sind für Katzen gefährlich, allen voran Zwiebel und Knoblauch, Schokolade, Weintrauben und Alkohol. Was erlaubt ist und was nicht, steht ausführlich im Ratgeber dazu, was Katzen essen dürfen. Hat deine Katze etwas Giftiges erwischt, ruf sofort deine Tierarztpraxis oder den Tiernotdienst an, auch wenn sie noch fit wirkt.
- nach Gefühl statt nach Waage füttern und Leckerlis nicht mitrechnen
- jedes Miauen mit Futter beantworten, das macht die Chefin nur lauter
- Futter abrupt wechseln statt über sieben bis zehn Tage langsam umzustellen
- Kuhmilch als Getränk anbieten, die meisten erwachsenen Katzen vertragen Milchzucker schlecht
- eine Katze mit plötzlichem Heißhunger oder Appetitverlust nicht untersuchen lassen
- Futter als Trost oder Entschuldigung geben, etwa nach dem Tierarztbesuch oder wenn man lange weg war
- Futter- und Wasserplatz direkt neben das Katzenklo stellen
Häufige Fragen
Darf ich meiner Katze nur einmal am Tag Futter geben?
Das ist nicht empfehlenswert. Eine einzige große Mahlzeit überfordert den kleinen Katzenmagen, und die lange Pause dazwischen begünstigt Erbrechen auf nüchternen Magen. Verteile die Tagesration lieber auf mindestens zwei, besser mehr Portionen.
Warum frisst meine Katze ihren Napf nie leer?
Viele Katzen fressen von Natur aus in kleinen Happen und kommen später wieder. Manche mögen auch keinen Napf, an dem die Schnurrhaare anstoßen. Solange sie ihr Gewicht hält und munter ist, ist das kein Grund zur Sorge.
Wie lange darf Nassfutter im Napf stehen?
Bei Zimmertemperatur höchstens ein paar Stunden, im Sommer deutlich kürzer, weil Fliegen und Keime schnell da sind. Was nach einer Mahlzeit übrig bleibt, kommt am besten weg.
Soll ich meiner Katze Futter vom Tisch geben?
Lieber nicht. Gewürze, Salz und Zutaten wie Zwiebel oder Knoblauch können schaden, und Tischbettelei wird schnell zur Gewohnheit. Ein Stück ungewürztes, gekochtes Huhn als Ausnahme ist in Ordnung.
Wann sollte man Katzen füttern, morgens oder abends?
Beides ist in Ordnung, wichtiger ist ein fester Rhythmus. Eine Portion in der Früh und eine am Abend passt für die meisten Berufstätigen, eine kleine Spätmahlzeit vor dem Schlafengehen kann gegen frühes Wecken helfen. Bleib dann möglichst bei denselben Zeiten, auch am Wochenende.
Warum bettelt meine Katze ständig um Futter?
Oft ist es Gewohnheit: Wer für Miauen Futter bekommt, miaut wieder. Langeweile spielt ebenfalls mit, Futterspiele und kleine Portionen helfen da. Frisst deine Katze aber plötzlich deutlich mehr und nimmt trotzdem ab, kann eine Krankheit wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes dahinterstecken, dann gehört sie zum Tierarzt.
Quellen
- The Five-a-Day Felix Plan, International Cat Care (iCatCare)
- How often should you feed your cat?, Cornell Feline Health Center, Cornell University
- Feeding Your Cat, Cornell Feline Health Center, Cornell University
- People Foods to Avoid Feeding Your Pets, ASPCA Animal Poison Control Center
- Feline feeding programs: Addressing behavioural needs to improve feline health and wellbeing (AAFP Consensus Statement 2018), American Association of Feline Practitioners, Journal of Feline Medicine and Surgery
Stand der Prüfung: November 2026