Nassfutter für Katzen: Vorteile, die richtige Menge und wie du es frisch hältst
Ernährung 6 Min. Lesezeit geprüft November 2026, 6 Quellen
Nassfutter ist für die meisten Katzen die beste Basis, weil es mit rund drei Viertel Wasser ihrer natürlichen Beute am nächsten kommt und so Niere und Blase entlastet. Eine geöffnete Dose hält abgedeckt im Kühlschrank etwa ein bis zwei Tage, serviert wird zimmer- bis körperwarm. Die Menge ist größer als bei Trockenfutter, weil Nassfutter weniger Energie pro Gramm hat.
Warum Nassfutter für Katzen so gut passt
Die Vorfahren unserer Hauskatzen lebten in trockenen Gebieten und holten sich den Großteil ihrer Flüssigkeit aus der Beute. Dieses Erbe tragen sie bis heute mit sich: Katzen haben ein schwaches Durstgefühl und trinken oft weniger, als gut für sie wäre.
Nassfutter gleicht das aus. Eine Katze, die überwiegend Nassfutter frisst, nimmt mit der Mahlzeit schon einen großen Teil ihres Tagesbedarfs an Wasser auf. Der Harn wird dadurch verdünnter, und das senkt das Risiko für Harnsteine und Blasenentzündungen. Gerade bei Katern, bei denen ein verstopfter Harnweg schnell zum Notfall wird, ist das ein echter Vorteil.
Dazu kommt: Nassfutter ist bei gleichem Volumen kalorienärmer als Trockenfutter. Die Katze fühlt sich satt, ohne zu viel Energie aufzunehmen. Das hilft vielen Wohnungskatzen, schlank zu bleiben.
Pastete, Stückchen, Sauce oder Gelee?
Nassfutter gibt es in Dosen, Schalen und Beuteln, als feine Pastete, als Stückchen in Sauce oder Gelee und als Mousse. Welche Konsistenz deine Katze mag, ist reine Geschmackssache, und Katzen haben da sehr klare Meinungen. Manche schlecken nur die Sauce ab und lassen die Stückchen liegen, andere rühren Gelee nicht an.
Ein Blick auf die Zusammensetzung lohnt sich vor allem bei Sorten mit Sauce. Damit die Sauce sämig wird, kommen oft Stärke oder pflanzliche Bindemittel dazu, manchmal auch Zucker. Pasteten haben meist einen höheren Fleischanteil. Das heißt nicht, dass Sauce schlecht ist, aber das Etikett verrät dir, wie viel Fleisch wirklich drin ist.
- Pastete: meist fleischreich, gut für Katzen mit Zahnproblemen
- Stückchen in Sauce: beliebt, auf Bindemittel und Zucker achten
- Stückchen in Gelee: oft gut verträglich, nicht jede Katze mag es
- Mousse: sehr fein, praktisch für Kitten und Senioren
Nassfutter-Etikett lesen: Alleinfutter, Ergänzungsfutter und Fleischanteil
Das wichtigste Wort auf der Dose ist nicht der Name der Sorte, sondern „Alleinfuttermittel“. Nur ein solches Futter enthält alle Nährstoffe, die deine Katze braucht (außer Wasser). Steht dort „Ergänzungsfuttermittel“, handelt es sich um eine Art Snack, der allein auf Dauer Mängel verursacht. Solche Produkte sollten höchstens ein Zehntel der Ernährung ausmachen.
Unter „Analytische Bestandteile“ findest du Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und Feuchtigkeit. Gutes Nassfutter hat mindestens rund 75 Prozent Wasser, Trockenfutter dagegen nur etwa sechs bis zehn Prozent. Deshalb wirken die Proteinwerte auf der Dose so niedrig.
Willst du Sorten fair vergleichen, rechnest du auf die Trockensubstanz um: Wert geteilt durch (100 minus Feuchtigkeit), mal 100. Ein Nassfutter mit 10 Prozent Rohprotein und 80 Prozent Feuchtigkeit hat also 50 Prozent Protein in der Trockensubstanz. So siehst du schnell, ob es wirklich fleischreich ist oder nur so heißt.
Schau auch auf die Zielgruppe: „für Kitten“, „für erwachsene Katzen“ oder „für Senioren“. Ein Futter für Wachstum ist für ein Jungtier gedacht, ein Seniorenfutter enthält oft weniger Phosphor, um alternde Nieren zu schonen.
| Angabe | Bedeutung | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Alleinfuttermittel | deckt allein den Nährstoffbedarf | Basis für jede Mahlzeit |
| Ergänzungsfuttermittel | nicht vollständig, eher Snack | höchstens ein Zehntel der Ration |
| Feuchtigkeit | Wasseranteil des Futters | bei Nassfutter rund 75 Prozent oder mehr |
| Rohprotein | Eiweißgehalt im Futter, wie es ist | für Vergleiche auf Trockensubstanz umrechnen |
| Zusammensetzung | Zutaten, absteigend nach Menge | Fleisch und Innereien möglichst vorne |
| Lebensphase (Kitten, Adult, Senior) | auf das Alter abgestimmte Nährstoffe | zum Alter deiner Katze passend wählen |
Wie viel Nassfutter braucht eine Katze?
Eine erwachsene Katze mit vier Kilo braucht je nach Futter und Aktivität grob 150 bis 300 Gramm Nassfutter am Tag. Das ist ein sehr grober Richtwert, denn der Energiegehalt der Sorten unterscheidet sich stark: Nassfutter liefert je nach Sorte etwa 0,8 bis 1,5 Kilokalorien pro Gramm. Verlass dich deshalb auf die Fütterungsempfehlung der jeweiligen Sorte als Start und auf die Waage als Kontrolle.
Teile die Tagesmenge auf mehrere Portionen auf. Eine 400-Gramm-Dose reicht für eine Katze dann oft für knapp zwei Tage. Wer kleinere Mengen braucht, ist mit Schalen oder Beuteln zu 85 oder 100 Gramm oft besser dran, weil weniger angebrochen im Kühlschrank steht.
Nassfutter für Kitten und ältere Katzen
Kitten wachsen enorm schnell und brauchen mehr Eiweiß und Energie als erwachsene Katzen. Gib ihnen deshalb ein Nassfutter, das ausdrücklich für Kitten oder für Wachstum gedacht ist, und lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt. Ihr kleiner Magen fasst nicht viel auf einmal.
Kommt ein Kitten neu zu dir, füttere in den ersten Tagen das Futter weiter, das es vom Züchter oder aus dem Tierheim kennt. Umzug und neues Futter auf einmal überfordern den Darm schnell. Stell danach Schritt für Schritt um, so wie im Abschnitt zur Futterverweigerung beschrieben.
Bei Seniorinnen ab etwa zehn Jahren bleibt die Fütterungsroutine grundsätzlich gleich. Viele ältere Katzen fressen aber wählerischer, und manche haben Zahnprobleme. Feine Pastete oder Mousse und leicht angewärmtes Futter helfen dann oft. Ein spezielles Nierendiätfutter gibt es nur nach Blutbefund und auf Rat der Tierarztpraxis, nicht auf Verdacht.
Frisst deine alte Katze trotz gutem Futter weniger oder nimmt ab, ist das ein Grund für einen Check. Mehr dazu findest du im Ratgeber Katze nimmt ab.
| Lebensphase | Mahlzeiten pro Tag | Futter |
|---|---|---|
| Kitten bis 6 Monate | meist 3, gern auch mehr kleine | Kitten- oder Wachstumsfutter |
| Jungkatze 6 bis 12 Monate | meist 2 | Kittenfutter, dann langsam umstellen |
| Erwachsene Katze | 1 bis 2, kleinere Portionen öfter sind möglich | Alleinfutter für erwachsene Katzen |
| Seniorin ab etwa 10 Jahren | Routine wie bisher, außer der Tierarzt rät anders | bei Nierenwerten nur nach tierärztlicher Empfehlung umstellen |
Lagerung: so bleibt Nassfutter frisch
Ungeöffnet hält Nassfutter lange, achte trotzdem auf das Ablaufdatum und kühle, trockene Lagerung. Eine gewölbte oder beschädigte Dose gehört in den Müll, nicht in den Napf. Nach dem Öffnen verderben die Reste schnell.
Deck die angebrochene Dose mit einem passenden Deckel ab oder füll den Rest in ein sauberes, verschließbares Glas. So nimmt das Futter keine Kühlschrankgerüche an und trocknet nicht aus. Länger als ein bis zwei Tage sollte es auch im Kühlschrank nicht stehen.
Am liebsten mögen Katzen ihr Futter ungefähr körperwarm, also um die 35 °C, so wie frische Beute. Ein Löffel warmes Wasser oder ein paar Sekunden im Wasserbad reichen. Aus der Mikrowelle nur kurz und gut umrühren, damit keine heißen Stellen bleiben.
- offene Dose abgedeckt in den Kühlschrank
- Reste innerhalb von ein bis zwei Tagen verbrauchen
- vor dem Füttern mindestens auf Zimmertemperatur bringen, etwas warmes Wasser hilft
- nicht direkt kalt aus dem Kühlschrank servieren, viele Katzen verschmähen kaltes Futter
- im Napf übrig gebliebenes Futter nach wenigen Stunden entsorgen, im Sommer früher
- Napf nach jeder Mahlzeit spülen
Wenn die Katze das Nassfutter verweigert
Katzen, die jahrelang nur Trockenfutter bekommen haben, kennen Nassfutter oft gar nicht als Futter. Dann hilft Geduld: Misch anfangs nur einen Teelöffel unter die gewohnte Mahlzeit und steigere die Menge über zwei bis drei Wochen. Leicht angewärmtes Futter duftet stärker und ist für viele Katzen verlockender.
Probier auch verschiedene Konsistenzen aus. Manche Katze, die Pastete verschmäht, frisst Stückchen in Gelee mit Begeisterung. Wichtig ist nur: Lass deine Katze bei einer Umstellung nicht hungern, bis sie das neue Futter frisst. Frisst sie länger als einen Tag gar nichts, ruf die Tierarztpraxis an, denn vor allem bei übergewichtigen Katzen droht sonst eine gefährliche Fettleber.
Nassfutter selbst kochen?
Selbst gekochtes Katzenfutter klingt liebevoll, ist aber eine Rechenaufgabe wie beim Barfen. Gekochtes Fleisch allein ist kein vollständiges Futter. Durch das Kochen geht zudem ein Teil des Taurins verloren, und ohne Kalziumquelle und gezielte Ergänzungen entstehen Mangelerscheinungen.
Wer selbst kochen möchte, sollte sich einen Plan von einer Tierärztin mit Ernährungsschwerpunkt erstellen lassen. Gewürze, Salz, Zwiebel und Knoblauch kommen dabei nie in den Topf. Als gelegentliche Abwechslung ist ein Stück ungewürztes, gekochtes Huhn dagegen völlig unproblematisch.
Häufige Fragen
Kann ich meiner Katze nur Nassfutter geben?
Ja, ein Alleinfuttermittel in Nassform deckt alle Bedürfnisse einer Katze. Für viele Katzen ist das sogar die gesündeste Lösung. Frisches Wasser sollte trotzdem immer bereitstehen.
Ist Nassfutter schlecht für die Zähne?
Die Sorge ist verbreitet, aber das Futter allein entscheidet wenig über die Zahngesundheit. Auch normales Trockenfutter putzt die Zähne kaum. Für gesunde Zähne helfen Zahnpflege und regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt mehr als die Wahl der Futterform.
Warum riecht meine Katze nach Nassfutter aus dem Maul?
Ein leichter Futtergeruch direkt nach dem Fressen ist normal. Riecht es dauerhaft stark, faulig oder süßlich, kann eine Zahnerkrankung oder ein anderes Gesundheitsproblem dahinterstecken. Dann lohnt sich ein Blick der Tierarztpraxis.
Wie oft sollte ich die Nassfuttersorte wechseln?
Zwei oder drei gut verträgliche Sorten im Wechsel sind ideal. So wird deine Katze nicht zu wählerisch, und du kannst ausweichen, wenn eine Sorte mal nicht erhältlich ist. Neue Sorten immer langsam einschleichen.
Warum frisst meine Katze beim Nassfutter nur die Sauce?
Die Sauce duftet intensiv und ist leicht zu schlecken, die Stückchen sind dann oft Nebensache. Probier eine Pastete oder zerdrück die Stückchen mit der Gabel in der Sauce. Bleibt regelmäßig viel liegen, rechne nach, ob sie über den Tag genug Futter aufnimmt.
Woran erkenne ich gutes Nassfutter, wenn nicht am Preis?
Nein, der Preis allein sagt wenig. Entscheidend sind der Hinweis Alleinfuttermittel, eine nachvollziehbare Zusammensetzung und ob deine Katze es gut verträgt. Ein mittelpreisiges Futter, das sie gern frisst und bei dem sie ihr Gewicht hält, ist eine gute Wahl.
Quellen
- Should I feed my cat wet or dry food?, International Cat Care (iCatCare)
- Feeding Your Cat, Cornell Feline Health Center, Cornell University
- Hydration, Cornell Feline Health Center, Cornell University
- Feline Hepatic Lipidosis, MSD Veterinary Manual
- How often should you feed your cat?, Cornell Feline Health Center, Cornell University
- Feeding your cat or kitten, International Cat Care (iCatCare)
Stand der Prüfung: November 2026