Katze hat Durchfall: Ursachen, was hilft und wann zum Tierarzt
Gesundheit · aktualisiert November 2026
Hat deine Katze einmal weichen Kot, frisst aber normal und wirkt munter, ist das meistens eine harmlose Magen-Darm-Verstimmung, etwa nach einem Futterwechsel. Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an, ist Blut dabei, erbricht sie zusätzlich oder wirkt sie matt, gehört sie zum Tierarzt. Bei Kitten und sehr alten Katzen solltest du noch am selben Tag anrufen.
Häufige Ursachen für Durchfall bei Katzen
Der Katzendarm ist ein Gewohnheitstier. Schon kleine Veränderungen beim Futter oder im Alltag können ihn aus dem Takt bringen. Die meisten Fälle sind kurz und harmlos, einige Ursachen brauchen aber eine gezielte Behandlung.
Ganz oben auf der Liste stehen Futterfehler: ein abrupter Wechsel der Sorte, zu fettes Futter, Essensreste vom Tisch oder ein Schüsserl Kuhmilch. Viele erwachsene Katzen vertragen den Milchzucker nicht mehr, und genau dann wird der Kot weich.
- plötzlicher Futterwechsel oder Essensreste vom Menschen
- Kuhmilch und Milchprodukte (Laktoseunverträglichkeit)
- Würmer und Einzeller wie Giardien oder Kokzidien, besonders bei Kitten und Freigängern
- Stress, etwa nach Umzug, Urlaubsbetreuung oder einer neuen Katze im Haushalt
- Futtermittelallergie oder chronische Darmentzündung
- Virusinfektionen, bei ungeimpften Katzen auch die gefährliche Katzenseuche (Panleukopenie)
- bei älteren Katzen Schilddrüsenüberfunktion, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder Tumore
Akuter oder chronischer Durchfall bei Katzen: der Unterschied
Akuter Durchfall kommt plötzlich und ist oft nach wenigen Tagen vorbei. Typische Auslöser sind ein abrupter Futterwechsel, der ein paar Tage weichen Kot machen kann, oder Stress, etwa eine lange Autofahrt oder ein Aufenthalt in der Tierklinik. Frisst die Katze dabei und ist munter, reicht meistens Schonkost und Beobachtung.
Anders ist es, wenn der Durchfall länger anhält oder immer wiederkommt. Dann steckt bei erwachsenen Katzen meistens ein Problem im Magen-Darm-Trakt dahinter, zum Beispiel eine Entzündung, eine Infektion oder ein Tumor. Auch Erkrankungen außerhalb des Darms können sich so zeigen: Schilddrüsenüberfunktion, Nieren- oder Lebererkrankungen, Virusinfektionen oder ein Lymphom.
Hartnäckiger Durchfall sollte deshalb früh abgeklärt werden. Je früher die Ursache gefunden wird, desto eher lassen sich bleibende Veränderungen am Darm vermeiden. Und auch wenn eine Behandlung manchmal dauerhaft nötig ist: Die meisten Katzen kommen damit gut zurecht.
| Situation | Einschätzung | Was du tust |
|---|---|---|
| Einmal weicher Kot, Katze frisst und ist munter | meist harmlos | Schonkost, beobachten |
| Länger als ein bis zwei Tage oder immer wieder | abklärungsbedürftig | Termin vereinbaren, Kotprobe sammeln |
| Zusätzlich Erbrechen, Fressunlust oder Mattigkeit | dringend | noch heute zum Tierarzt |
| Schwarzer, teerartiger Kot oder viel Blut | dringend | noch heute zum Tierarzt |
| Kitten oder ungeimpfte Katze mit Durchfall | dringend | noch am selben Tag in der Praxis anrufen |
Wie sieht der Durchfall aus? Das verrät viel
Ein kurzer Blick ins Katzenklo lohnt sich. Große Mengen wässriger Kot, die nur ein paarmal am Tag kommen, deuten eher auf ein Problem im Dünndarm hin. Viele kleine, schleimige Portionen, oft mit etwas frischem Blut und viel Pressen, sprechen eher für den Dickdarm.
Schwarzer, teerartiger Kot kann verdautes Blut aus Magen oder Dünndarm bedeuten. Das ist immer ein Fall für den Tierarzt. Fotografiere den Kot mit dem Handy und notiere, seit wann und wie oft er kommt. Diese Infos helfen der Praxis bei der Einschätzung.
Die folgende Übersicht zeigt, worauf Tierärzte achten. Sie ersetzt keine Untersuchung, hilft dir aber, beim Anruf in der Praxis die richtigen Dinge zu beschreiben.
| Merkmal | Dünndarm-Durchfall | Dickdarm-Durchfall |
|---|---|---|
| Wie oft | normal oder etwas häufiger | sehr häufig |
| Menge | normal bis viel | wenig |
| Drang und Pressen | meist nicht | meist vorhanden |
| Schleim | meist kein | häufig |
| Blut | dunkel bis schwarz | frisch und rot |
| Gewichtsverlust | möglich | selten |
Welche Symptome begleiten den Durchfall?
Wichtiger als der Kot selbst ist, wie es deiner Katze insgesamt geht. Eine Katze, die trotz weichem Kot frisst, spielt und neugierig am Fensterbrett sitzt, ist meist nur leicht verstimmt. Zieht sie sich zurück, frisst nicht oder erbricht zusätzlich, ist der Körper stärker betroffen.
Achte außerdem auf Zeichen von Flüssigkeitsmangel. Durchfall entzieht dem Körper viel Wasser, und Katzen trocknen schneller aus, als man denkt.
Bist du unsicher, ob deine Katze schon zu viel Flüssigkeit verloren hat, ruf lieber in der Praxis an. Eine telefonische Einschätzung kostet dich ein paar Minuten und nimmt dir oft die Sorge, oder sie zeigt dir, dass du jetzt wirklich losfahren solltest.
- trockenes, klebriges Zahnfleisch
- eingesunkene Augen
- eine Hautfalte im Nacken, die nur langsam zurückgeht
- Teilnahmslosigkeit, Verstecken, kein Interesse am Futter
- verschmutztes Hinterteil, weil sie es nicht mehr rechtzeitig aufs Klo schafft
Durchfall bei Kitten: warum es schnell gehen muss
Kitten haben öfter Durchfall als erwachsene Katzen, schon weil sich ihr Verdauungssystem erst an feste Nahrung gewöhnen muss. Dazu kommen Umzug ins neue Zuhause, neues Futter und Parasiten wie Würmer, Giardien oder Kokzidien. Das Problem: Ein kleines Kätzchen hat kaum Reserven und verliert über den Durchfall schnell zu viel Flüssigkeit.
Warte bei einem Kitten deshalb nicht ab, ob es von selbst besser wird, und probiere keine Hausmittel aus. Ruf noch am selben Tag in der Praxis an und bring nach Möglichkeit eine frische Kotprobe mit. Ist das Kitten noch nicht vollständig geimpft, wirkt es matt oder erbricht es zusätzlich, denk auch an die gefährliche Katzenseuche und fahr sofort.
Bis zum Termin hältst du das Kleine warm, stellst Wasser in Reichweite und bietest weiter kleine Mengen seines gewohnten Futters an.
Frisch eingezogene Kitten bekommen am besten zunächst das Futter, das sie vom Züchter oder Tierheim kennen. Eine Umstellung machst du erst, wenn sich das Kleine eingelebt hat, und dann langsam.
Das kannst du bei Durchfall selbst tun
Wirkt deine Katze fit und ist es erst seit kurzem so, kannst du ihr mit Schonkost helfen. Eine lange Hungerkur ist bei Katzen aber keine gute Idee: Fressen sie länger nichts, kann die Leber Schaden nehmen. Eine kurze Pause von einigen Stunden reicht, danach gibt es kleine Portionen.
Als Schonkost eignet sich gekochtes, ungewürztes Hühner- oder Putenfleisch ohne Haut und Knochen. Noch besser ist ein Magen-Darm-Diätfutter aus der Tierarztpraxis, weil es vollständig ist und den Darm gezielt entlastet. Füttere über den Tag verteilt vier bis sechs kleine Mahlzeiten und kehre nach zwei bis drei Tagen langsam zum gewohnten Futter zurück.
Bei stärkerem Durchfall kann die Praxis statt reinem Wasser auch eine Elektrolytlösung empfehlen. Probiotika, also lebende Darmbakterien, und Präbiotika, die gute Darmbakterien fördern, können die Darmgesundheit unterstützen. Frag am besten in der Praxis, ob und welches Produkt für deine Katze passt.
So kann ein Schonkost-Tag aussehen: morgens nach der kurzen Pause ein, zwei Esslöffel gekochtes Huhn oder Diätfutter, danach alle paar Stunden wieder eine kleine Portion. Wird der Kot fester, mischst du ab dem zweiten oder dritten Tag nach und nach das gewohnte Futter unter.
Finger weg von Mitteln aus der eigenen Hausapotheke: Manche rezeptfreien Durchfallmittel für Menschen sind für Katzen schädlich. Gib nur, was die Tierarztpraxis für deine Katze empfiehlt.
- frisches Wasser an mehreren Stellen anbieten, gern auch einen Trinkbrunnen
- Futter zimmerwarm und in kleinen Portionen geben
- keine Milch, keine Leckerlis, keine Essensreste
- keine Medikamente für Menschen, etwa gegen Durchfall oder Schmerzen
- Katzenklo öfter reinigen, damit du den Verlauf beobachten kannst
Durchfall nach Futterumstellung, Wurmkur oder Stress
Nach einem Futterwechsel ist weicher Kot für ein paar Tage keine Seltenheit. Hat deine Katze sonst keine Beschwerden, mischst du das neue Futter einfach langsamer unter. Hält der Durchfall trotzdem an, kann eine Unverträglichkeit dahinterstecken. Wie man eine Futtermittelallergie bei Katzen herausfindet, erklärt der eigene Ratgeber dazu.
Auch nach einer Wurmkur kann der Kot kurz weicher sein. Solche Nebenwirkungen sind vorübergehende Magen-Darm-Verstimmungen und harmlos. Hält der Durchfall länger als einen Tag an oder kommen andere Beschwerden dazu, ruf in der Praxis an.
Ein Klassiker ist das Schüsserl Milch oder Sahne als Belohnung. Viele erwachsene Katzen vertragen den Milchzucker nicht und reagieren prompt mit weichem Kot. Warum das so ist, erklärt der Ratgeber Dürfen Katzen Milch trinken.
Stress schlägt Katzen ebenfalls auf den Bauch: eine lange Autofahrt, Urlaubsbetreuung, ein Aufenthalt in der Klinik oder eine neue Katze im Revier. Meist legt sich das von selbst, sobald wieder Ruhe einkehrt. Was Katzen in solchen Situationen hilft, steht im Ratgeber Katze Stress.
Kotprobe richtig sammeln
Wenn der Durchfall immer wieder kommt, will die Tierarztpraxis fast immer eine Kotprobe sehen. Parasiten wie Giardien werden nicht bei jedem Stuhlgang gleich stark ausgeschieden. Deshalb sammeln Labore für Giardien gern Kot von bis zu drei Tagen, das ist aussagekräftiger als eine einzelne Portion.
Nimm jeden Tag etwas frischen Kot mit einem sauberen Löffel und gib ihn in das Röhrchen aus der Praxis. Frag dort, wie du die Probe bis zur Abgabe lagern sollst: Röhrchen ohne Flüssigkeit kommen meist gekühlt in den Kühlschrank, in einem extra Sackerl. Wohnen mehrere Katzen bei dir, sag das der Praxis, denn Parasiten betreffen oft alle.
Beschrifte jedes Röhrchen mit dem Namen der Katze und dem Datum. Bei mehreren Katzen mit gemeinsamem Klo ist das zwar nicht immer eindeutig, aber die Praxis kann dann gemeinsam mit dir entscheiden, ob eine Sammelprobe reicht.
Was der Tierarzt bei Durchfall untersucht
Wie gründlich gesucht wird, hängt vor allem vom Alter deiner Katze und davon ab, wie krank sie wirkt. Fast immer gehört eine Kotuntersuchung dazu. Im Labor wird der Kot auf Parasiten untersucht, auf Wunsch auch auf schädliche Bakterien oder andere Krankheitserreger.
Kommt der Durchfall immer wieder, folgen oft Blutuntersuchungen, zum Beispiel auf eine Schilddrüsenüberfunktion, einen Mangel an Vitamin B12 oder eine Schwäche der Bauchspeicheldrüse. Manchmal ist auch eine Futterreaktion der Grund, dann hilft eine Diät mit gut verdaulichem Futter. Ultraschall oder eine Gewebeprobe aus dem Darm kommen dazu, wenn eine chronische Darmentzündung oder ein Tumor ausgeschlossen werden muss.
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund: Infusionen bei Flüssigkeitsverlust, Mittel gegen Parasiten, eine spezielle Diät oder Medikamente gegen die Entzündung. Manche Katzen mit chronischen Darmproblemen brauchen ihre Diät oder Therapie auf Dauer, leben damit aber oft ganz normal.
Hilfreich für die Praxis sind deine Beobachtungen: wie oft, wie viel, ob deine Katze presst, ob Schleim oder Blut dabei ist. Am besten notierst du das ein paar Tage lang.
So beugst du Durchfall vor
Viele Durchfälle lassen sich vermeiden. Stelle neues Futter immer über sieben bis zehn Tage um und mische es schrittweise unter das alte. Halte Tischreste und Milch konsequent aus dem Napf, auch wenn die Chefin des Haushalts noch so fordernd schaut.
Lass Freigänger und Kitten regelmäßig auf Würmer untersuchen oder entwurmen, so wie es deine Tierarztpraxis für eure Situation empfiehlt. Achte außerdem auf den vollständigen Impfschutz gegen Katzenseuche. Und weil Stress direkt auf den Bauch schlägt, helfen fixe Fütterungszeiten und Rückzugsorte gerade bei sensiblen Katzen.
Hygiene hilft vor allem in Mehrkatzenhaushalten: Katzenklo täglich säubern, Näpfe nach jeder Mahlzeit heiß ausspülen und nach dem Klosäubern Hände waschen. So verteilen sich ansteckende Erreger nicht im ganzen Haushalt, und eine Infektion bleibt eher bei einer Katze.
Häufige Fragen
Darf ich meiner Katze bei Durchfall Reis geben?
Eine kleine Menge gut gekochter Reis zum gekochten Huhn ist für kurze Zeit in Ordnung. Katzen brauchen aber vor allem Eiweiß, Reis ist für sie nur Beiwerk. Ein Magen-Darm-Diätfutter vom Tierarzt ist die bessere Wahl, wenn es länger als ein, zwei Tage dauert.
Kann eine Futterumstellung Durchfall auslösen?
Ja, das ist einer der häufigsten Gründe. Der Darm braucht Zeit, um sich an neue Zutaten zu gewöhnen. Stell deshalb über etwa eine Woche schrittweise um und beginne mit einem kleinen Anteil des neuen Futters.
Ist Durchfall bei Katzen ansteckend?
Manche Ursachen schon, etwa Giardien, Würmer oder Viren. Andere Katzen im Haushalt können sich über das gemeinsame Klo anstecken. Reinige das Klo täglich gründlich und lass bei wiederholtem Durchfall alle Katzen untersuchen.
Meine Katze hat Durchfall, ist aber putzmunter. Muss ich trotzdem zum Tierarzt?
Nicht sofort. Mit Schonkost und Beobachtung bessert sich das oft in ein bis zwei Tagen. Wird es nicht besser oder kommt es immer wieder, lass es abklären, denn dauerhaft weicher Kot ist kein Normalzustand.
Wie lange darf Durchfall bei der Katze dauern?
Ist deine Katze munter, frisst und trinkt sie, kannst du ein bis zwei Tage mit Schonkost abwarten. Dauert es länger, kommt es immer wieder oder geht es ihr zusätzlich schlecht, gehört sie zum Tierarzt. Bei Kitten wartest du nicht ab.
Ist Durchfall nach einer Wurmkur normal?
Leichte, vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden wie weicher Kot können nach einer Wurmkur vorkommen und sind meist harmlos. Hält der Durchfall länger an oder wirkt deine Katze krank, sprich mit deiner Tierarztpraxis.
Quellen
- Diarrhea, Cornell Feline Health Center (Cornell University)
- Information zum Sammeln von Kotproben (Veterinärparasitologie), Institut für Parasitologie, Universität Zürich
- Giardia-Infektion bei Hund und Katze (Factsheet), ESCCAP Deutschland
- Diarrhoea in cats, International Cat Care
- Differentiation of Small Intestinal from Large Intestinal Diarrhea (Tabelle), MSD Veterinary Manual (Merck Veterinary Manual)
- Wurmkuren: Sorge vor Nebenwirkungen unbegründet, ESCCAP Deutschland
Stand der Prüfung: November 2026
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Wenn du unsicher bist, ruf deine Tierarztpraxis an.