Burmilla: die silberne Katze mit dem Kajalblick
Katzenrassen 5 Min. Lesezeit geprüft November 2026, 6 Quellen
Die Burmilla ist eine mittelgroße, elegante Katze mit silbrig schimmerndem Fell, grünen Augen und dunkel umrandeten Lidern, als hätte sie Kajal aufgetragen. Sie verbindet die Verspieltheit der Burma mit der Sanftheit der Perser und gilt als freundlich und unkompliziert. Für Familien und Wohnungshaltung ist sie gut geeignet, in Österreich aber eher selten.
Herkunft: ein glücklicher Zufall in England
Die Burmilla entstand 1981 in England durch einen Zufall: Ein silberner Perser-Chinchilla-Kater namens Sanquist begegnete einer lilafarbenen Burmakatze namens Fabergé, die eigentlich auf ihren Burmakater warten sollte. Die Kitten waren so hübsch und charmant, dass daraus eine eigene Rasse wurde.
Der Name setzt sich aus Burma und Chinchilla zusammen. Die vier Kitten aus diesem Wurf kamen am 11. September 1981 zur Welt. Heute erkennen große Verbände wie FIFe und TICA die Burmilla an. Es gibt auch eine halblanghaarige Variante, die je nach Verband als Burmilla Langhaar oder Tiffanie geführt wird.
Danach ging es zügig: 1984 gründete sich in Großbritannien der Burmilla Cat Club, 1990 bekam die Burmilla beim GCCF den vorläufigen Championstatus. Dort gilt sie bis heute als schattierte Variante der Asian-Gruppe, zu der auch die halblanghaarige Tiffanie gehört.
Aussehen: Silber, Tipping und Lidstrich
Das Fell der Burmilla ist kurz, fein und seidig, mit etwas Unterwolle. Nur die Haarspitzen sind gefärbt, der Rest des Haares ist silberweiß. Fachleute nennen das Tipping oder Shading, je nachdem, wie weit die Farbe nach unten reicht. So entsteht ihr schimmernder Look.
Der Kopf ist leicht gerundet, die Ohren mittelgroß, die Augen groß und grün. Lippen, Nase und Augenlider sind dunkel umrandet, das gibt ihr diesen geschminkten Blick. Der Körper ist mittelgroß und muskulös, aber nicht plump.
- silberweiße Grundfarbe mit Tipping oder Shading in Schwarz, Braun, Blau, Chocolate, Lilac, Caramel, Beige oder Apricot
- Augen grün, bei Kitten oft noch gelblich, die endgültige Farbe kann bis zu zwei Jahre dauern
- Gewicht laut TICA etwa 3,6 bis 5,4 Kilogramm
- Halblanghaarvariante mit buschigem Schwanz
Burmilla Steckbrief: die wichtigsten Fakten
Die Eckdaten auf einen Blick, nach TICA und dem britischen Verband GCCF.
| Merkmal | Burmilla |
|---|---|
| Herkunft | England, 1981, aus Perser-Chinchilla und Burma |
| Gewicht | ca. 3,6 bis 5,4 kg |
| Fell | kurz, fein, seidig, silberweiß mit Tipping oder Shading; Halblanghaar als Tiffanie bzw. Burmilla Langhaar |
| Augen | groß, grün, dunkel umrandet |
| Lebenserwartung | ca. 15 bis über 18 Jahre |
| Charakter | freundlich, verspielt, menschenbezogen, neugierig und mit eigenem Kopf |
| Pflegeaufwand | gering: Kurzhaar wöchentlich bürsten, Halblanghaar öfter |
| Typische Gesundheitsthemen | Hypokaliämie, PKD, Burma-Kopfdefekt (Gentests), HCM (Herzultraschall) |
Charakter: verspielt, sanft und gesellig
Burmillas gelten als freundlich, ausgeglichen und anhänglich. Von der Burma haben sie die Neugier und Verspieltheit, vom Perser die Ruhe. Sie sind oft bis ins Alter verspielt, aber nicht so fordernd wie eine reine Burma.
Sie lieben die Nähe ihrer Menschen und kommen meist gut mit Kindern und anderen Katzen aus. Fremde werden in der Regel freundlich begrüßt. Allein sein mögen sie nicht besonders, eine zweite Katze tut ihnen gut, wenn du viel arbeitest.
Viele Burmillas haben ein feines Gespür für Stimmungen. Sie kommen zum Kuscheln, wenn du einen schlechten Tag hattest, und ziehen sich zurück, wenn es im Haushalt hektisch wird. Gib ihr einen ruhigen, erhöhten Rückzugsort, von dem aus sie alles im Blick hat.
Der GCCF beschreibt Katzen dieser Gruppe als echte Menschenkatzen: sehr anhänglich, unterhaltsam, aber auch neugierig und durchaus entschlossen. Wenn deine Burmilla beschlossen hat, dass der Laptop jetzt ihr Liegeplatz ist, dann ist das so. Plane deshalb von Anfang an einen warmen, erhöhten Platz neben deinem Schreibtisch ein, das spart Diskussionen.
Haltung und Pflege
Die Burmilla fühlt sich in einer Wohnung mit Kratzbaum, Spielzeug und Fensterplätzen wohl. Ein gesicherter Balkon ist ideal. Tägliche Spielrunden halten sie fit und zufrieden.
Das kurze Fell ist pflegeleicht, einmal pro Woche bürsten reicht. Die Halblanghaarvariante braucht zwei bis drei Bürstenrunden pro Woche. Die hellen Augenränder zeigen Tränenspuren schnell, wisch sie bei Bedarf mit einem feuchten, weichen Tuch ab.
Katzen der Asian-Gruppe werden laut GCCF früh geschlechtsreif, der Verband rät deshalb zu einer frühen Kastration. Besprich den passenden Zeitpunkt mit deiner Tierarztpraxis, vor allem, wenn eine junge Kätzin und ein Kater gemeinsam bei dir einziehen.
- wöchentliches Bürsten, Halblanghaar öfter
- Augen bei Bedarf sanft reinigen
- Zahnkontrolle beim jährlichen Check
- Zweitkatze bei langen Arbeitstagen
Gesundheit: Erbe von Perser und Burma
Die Burmilla gilt insgesamt als robuste Rasse. Durch ihre Herkunft kann sie aber Erbkrankheiten beider Ursprungsrassen tragen. Die gute Nachricht: Gegen die wichtigsten gibt es Gentests, und seriöse Züchter nutzen sie konsequent.
Laut UC Davis ist bei der Burmilla zusätzlich ein Test auf den Burmese Head Defect sinnvoll, eine tödliche Kopffehlbildung aus Burmalinien. Ein Gesundheitscheck mit Blutbild ab dem mittleren Alter ist wie bei jeder Katze sinnvoll. Wichtig ist auch hier ein moderater Kopftyp ohne extrem kurze Nase.
Die Hypokaliämie ist eine erbliche Störung, bei der die Katze über die Nieren zu viel Kalium verliert. Laut einer Übersichtsarbeit im Journal of Feline Medicine and Surgery zeigt sie sich meist zwischen dem zweiten und zehnten Lebensmonat: Phasen von Muskelschwäche, Probleme beim Springen, ein steifer Gang und ein Kopf, der kraftlos nach unten hängt. Bei der Burmilla wurden dort Trägertiere, aber bisher keine erkrankten Katzen beschrieben. Fällt dir so etwas bei einem jungen Kitten auf, lass es rasch untersuchen, ein Blutbild mit Kaliumwert bringt Klarheit.
In Großbritannien ist der Hypokaliämie-Test für alle Zuchttiere der Asian-Gruppe seit 1. Jänner 2018 Pflicht. PKD und PRA kommen in den Ursprungsrassen vor, bei den Asians gibt es laut GCCF bisher aber nur Nachweise der Hypokaliämie. Seriöse Zuchten in Österreich und Deutschland orientieren sich an diesen Standards, frag einfach nach den Befunden.
- Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) aus der Perserlinie: Gentest vorhanden
- Hypokaliämie aus der Burmalinie: Gentest vorhanden
- Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Herzultraschall der Zuchttiere empfehlenswert
- Burmese Head Defect aus der Burmalinie: Gentest vorhanden
Für wen ist die Burmilla geeignet?
Die Burmilla passt zu Familien, Paaren, Singles mit Zeit und auch zu Katzenanfängern. Sie ist eine gute Wahl, wenn du eine freundliche, verspielte Katze suchst, die nicht ständig Action braucht.
Weil es nur wenige Züchter gibt, musst du eventuell warten oder weiter fahren. Achte auf eine gemeldete Zucht mit Stammbaum, PKD- und Hypokaliämie-Tests der Eltern und Kitten ab zwölf Wochen.
Eine Burmilla passt auch gut zu Menschen im Homeoffice: Sie sucht Gesellschaft, aber keinen Dauerbespaßer. Für Familien mit kleinen Kindern ist sie wegen ihres freundlichen Wesens ebenfalls eine gute Wahl, wenn sie sich jederzeit auf einen Platz zurückziehen kann, an den keine Kinderhand hinkommt.
- passt: Familien, Anfänger, Wohnungshaltung
- passt: Mehrkatzenhaushalte
- passt nicht: wer eine sehr unabhängige Katze möchte
- passt nicht: lange Abwesenheiten mit Einzelkatze
Häufige Fragen
Ist die Burmilla eine Mischlingskatze?
Sie ist aus einer Kreuzung entstanden, ist heute aber eine eigenständige, anerkannte Rasse mit eigenem Standard und Stammbaum. Das gilt für viele Rassen, die ursprünglich aus Kreuzungen hervorgingen.
Wie alt wird eine Burmilla?
TICA nennt eine Lebenserwartung von 15 bis über 18 Jahren. Gesundheitstests der Eltern und regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt verbessern die Chancen auf ein langes, gesundes Leben.
Haart die Burmilla stark?
Die Kurzhaarvariante haart wenig bis mäßig, im Fellwechsel etwas mehr. Regelmäßiges Bürsten mit einem weichen Handschuh hält die Haare im Griff.
Ist die Burmilla eine Schoßkatze?
Viele Burmillas kuscheln sehr gern und suchen die Nähe ihrer Menschen. Sie entscheiden aber gern selbst, wann. Wer ihr einen Platz auf oder neben dem Sofa anbietet, hat sie meist öfter auf dem Schoß als jemand, der sie festhält.
Wie erkennt man eine echte Burmilla?
Typisch sind silberweißes Fell mit gefärbten Haarspitzen, grüne Augen und dunkel umrandete Lider, Nase und Lippen. Sicher ist es aber nur mit einem Stammbaum eines anerkannten Verbands. Ein silberfarbenes Kitten ohne Papiere kann genauso gut eine Mischung sein.
Quellen
- Burmilla: Breed Information, The International Cat Association (TICA)
- Polycystic Kidney Disease (PKD1), UC Davis Veterinary Genetics Laboratory
- Burmese Hypokalemia, UC Davis Veterinary Genetics Laboratory
- Burmese Head Defect, UC Davis Veterinary Genetics Laboratory
- Asian (inkl. Burmilla): Rasseprofil, Governing Council of the Cat Fancy (GCCF)
- Periodic hypokalaemic polymyopathy in Burmese and closely related cats (J Feline Med Surg 2015), Malik et al., PubMed Central
Stand der Prüfung: November 2026