Burma Katze: die Hundekatze mit dem Seidenfell
Katzenrassen 5 Min. Lesezeit geprüft November 2026, 6 Quellen
Die Burma ist eine mittelgroße, überraschend schwere Kurzhaarkatze mit glänzendem Seidenfell und goldgelben Augen, und eine der menschenbezogensten Rassen überhaupt. Sie folgt dir wie ein Hund und will bei allem dabei sein. Für Menschen, die viel zu Hause sind, ist sie ein Schatz, für lange Arbeitstage mit Einzelkatze ist sie ungeeignet.
Herkunft: alles begann mit Wong Mau
Die Burma stammt aus Thailand und Burma (heute Myanmar) und wird laut FIFe schon im alten thailändischen Katzenbuch Smud Khoi beschrieben, dort unter dem Namen Thong Daeng. Die moderne Zucht begann 1930: Der Arzt Joseph Thompson aus San Francisco brachte eine braune Katze namens Wong Mau aus Rangun in die USA. Er verpaarte sie mit Siamkatern und legte damit den Grundstein für die Burma. Wong Mau war, wie man heute weiß, selbst eine Mischung aus Burma und Siam, heute würde man sie Tonkanese nennen.
Später entwickelte sich die Zucht in den USA und in Europa unterschiedlich weiter. Deshalb gibt es heute zwei Typen: die amerikanische Burma mit rundem Kopf und kürzerer Nase und die europäische Burma, die eleganter ist und einen leicht keilförmigen Kopf hat. In Österreich findest du überwiegend den europäischen Typ.
Burma Katze Steckbrief: die wichtigsten Fakten
Die Werte beziehen sich auf den europäischen Typ, wie ihn FIFe und CFA (als European Burmese) beschreiben. Die amerikanische Burma der CFA ist runder und kennt nur vier Farben: Sable, Champagne, Blue und Platinum.
| Merkmal | Burma |
|---|---|
| Herkunft | Thailand und Burma (Myanmar), moderne Zucht ab 1930 in den USA |
| Größe | mittelgroß, muskulös, deutlich schwerer, als sie aussieht |
| Fell | kurz, fein, eng anliegend, glänzend wie Satin, fast ohne Unterwolle |
| Augen | gelb bis gold oder bernsteinfarben, je kräftiger, desto besser |
| Farben (europäischer Typ) | 10: Braun, Blau, Chocolate, Lilac, Rot, Creme und die Schildpatt-Varianten |
| Charakter | verspielt, gesprächig, sehr menschenbezogen, manche Tiere recht dominant |
| Pflege | gelegentlich mit einer Gummibürste, haart wenig |
| Lebenserwartung | bei guter Pflege 15 bis 20 Jahre |
| Gentests der Elterntiere | Hypokaliämie, GM2-Gangliosidose, Burmese Head Defect |
Aussehen: kompakt, schwer und glänzend
Die Burma ist mittelgroß und muskulös, Halter beschreiben sie oft als Ziegelstein in Seide: Sie wiegt mehr, als sie aussieht. Das kurze, sehr eng anliegende Fell glänzt wie Satin und hat kaum Unterwolle.
Typisch ist die Sepia-Färbung: Der Körper ist etwas heller als Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz, aber der Unterschied ist viel weicher als bei der Siamkatze. Dahinter steckt eine eigene Variante des Colourpoint-Gens, die weniger stark auf Wärme reagiert. Die Augen sind groß und gelb bis goldfarben, grüne Augen gelten im Standard als Fehler.
- Farben: Braun (Sable), Blau, Chocolate, Lilac, Rot, Creme und Schildpatt
- Kater oft um 5,5 kg oder mehr, Katzen leichter, ausgewachsen mit etwa 18 Monaten
- amerikanischer Typ runder, europäischer Typ eleganter
- Kitten werden heller geboren und dunkeln nach
Charakter: ein Hund im Katzenpelz
Die Burma ist extrem anhänglich, neugierig und verspielt bis ins Alter. Sie begrüßt dich an der Tür, schläft unter der Bettdecke, apportiert und lernt Tricks oft schneller als dein Partner die Spülmaschine ausräumt. Fremde werden meist neugierig begrüßt statt gemieden.
Sie redet gern, aber mit einer weicheren Stimme als die Siamkatze. Weil sie so stark auf Menschen fixiert ist, leidet sie unter Einsamkeit. Eine Burma, die oft allein ist, wird schnell unglücklich oder fordernd.
Mit Kindern ist sie meist geduldig und spielfreudig, mit anderen Katzen gesellig. Weil sie gern im Mittelpunkt steht, kann sie gegenüber sehr zurückhaltenden Katzen dominant wirken. Bei der Wahl einer Zweitkatze passt deshalb ein ähnlich aktives, selbstbewusstes Tier am besten.
Haltung und Pflege
Die Burma ist eine sehr gute Wohnungskatze, wenn sie Gesellschaft hat. Bei Berufstätigen ist eine zweite, aktive Katze Pflicht. Kratzbaum, Spielzeug, warme Liegeplätze und tägliche Spielzeit sind Grundausstattung, ein gesicherter Balkon ist ein Plus. Freigang ist wegen ihrer Zutraulichkeit riskant.
Das Fell ist ausgesprochen pflegeleicht und haart wenig: Laut CFA genügt gelegentlich eine Gummibürste, einmal pro Woche mit einem Gummihandschuh drüberstreichen bringt den Glanz zurück. Baden ist normalerweise nicht nötig, und wenn doch, dann nie mit Menschen-Shampoo. Achte stärker auf Zähne und Gewicht.
Auch eine ältere Burma bleibt oft verspielt, sie braucht also bis ins hohe Alter Beschäftigung. Ab dem mittleren Alter sind regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sinnvoll, und ein Blick auf den Kohlenhydratanteil im Futter, weil Diabetes in manchen Linien häufiger vorkommt.
- Zweitkatze oder viel Zeit zu Hause
- warme Plätze im Winter, sie hat wenig Unterwolle
- Clickertraining und Apportierspiele
- regelmäßige Zahnkontrollen
Gesundheit: diese Erbkrankheiten sind bekannt
Die Burma hat einige gut beschriebene Erbkrankheiten, gegen mehrere gibt es Gentests. Ein seriöser Züchter zeigt dir die Ergebnisse beider Elterntiere. Bei Burmas aus Australien, Großbritannien und Neuseeland ist das Risiko für Diabetes mellitus deutlich erhöht, bei US-Linien nicht. Schlank bleiben ist deshalb besonders wichtig.
Beim Burmese Head Defect reicht ein Blick auf die Eltern nicht. Ursache ist eine kleine Veränderung im Gen ALX1. Nur Kitten, die sie von beiden Eltern erben, sind betroffen: Sie kommen mit einer schweren Fehlbildung von Gesicht und Schädel zur Welt und sind nicht lebensfähig. Trägertiere sind selbst gesund, haben aber oft ein kürzeres Gesicht. Genau diese Kopfform wurde in der amerikanischen Contemporary-Linie gefördert. In einer Studie trugen 151 von 3.250 getesteten Burmas die Variante, äußerlich erkennen lassen sich Träger nicht zuverlässig.
Beim amerikanischen Typ mit sehr kurzer Nase kommen Tränenfluss und Atemprobleme häufiger vor. Zucht auf Merkmale, die Atemnot verursachen, ist in Österreich als Qualzucht verboten, mehr dazu bei den Qualzucht-Katzenrassen.
| Erkrankung | Was passiert | Test bei Zuchttieren |
|---|---|---|
| Hypokaliämie | Kaliummangel mit Muskelschwäche, tierärztlich gut behandelbar | Gentest, rezessiv vererbt |
| GM2-Gangliosidose | seltene, tödliche Nervenerkrankung, erste Zitteranfälle mit 6 bis 8 Wochen | Gentest |
| Burmese Head Defect | tödliche Kopffehlbildung bei Kitten, wenn beide Eltern Träger sind | Gentest (ALX1) |
| Felines orofaziales Schmerzsyndrom (FOPS) | Schmerzen im Maul, starkes Lecken und Kauen, Pfoteln am Maul; 100 von 113 Fällen einer Fachstudie waren Burmas | kein Gentest, tierärztliche Abklärung |
| Diabetes mellitus | vor allem bei Übergewicht und in australischen und britischen Linien | kein Gentest, schlank halten und kontrollieren |
Burma kaufen: so erkennst du eine seriöse Zucht
Kauf nur bei Züchtern, die einem Zuchtverband angeschlossen sind und dir einen Stammbaum mitgeben. Frag konkret nach den Gentests beider Eltern auf Hypokaliämie, GM2-Gangliosidose und Burmese Head Defect. Die Forscher, die den Head Defect aufgeklärt haben, empfehlen, jede Burma zu testen, ebenso verwandte Rassen wie Bombay, Burmilla, Asian und Singapura.
Frag außerdem, ob in der Linie Diabetes oder FOPS aufgetreten ist. Ein guter Züchter beantwortet das offen, statt abzuwinken. Lass dir zeigen, wo die Kitten aufwachsen: Bei so menschenbezogenen Katzen ist eine Aufzucht mitten im Familienalltag besonders wichtig. Wie du allgemein einen guten Katzenzüchter erkennst, liest du im eigenen Artikel dazu.
- Gentests beider Eltern schriftlich zeigen lassen
- Kopfform: lieber moderate Nase statt sehr kurzes Gesicht
- Mutterkatze und Wurf in der Wohnung kennenlernen
- nach Diabetes und FOPS in der Linie fragen
Für wen ist die Burma Katze geeignet?
Sie passt perfekt zu Menschen im Homeoffice, zu Familien mit Kindern, zu Senioren und zu allen, die eine ganz enge Bindung zu ihrer Katze möchten. Auch Katzenanfänger kommen gut mit ihr zurecht.
- passt: viel Zeit zu Hause, Familien, Senioren
- passt: wer eine Katze will, die mitmacht und mitredet
- passt nicht: lange Arbeitstage mit Einzelkatze
- passt nicht: wer Ruhe und Distanz von der Katze möchte
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen amerikanischer und europäischer Burma?
Die amerikanische Burma ist runder, kompakter und hat eine kürzere Nase. Die europäische Burma ist eleganter, mit leicht keilförmigem Kopf und mehr Farben. Vom Charakter sind beide sehr ähnlich.
Wie alt wird eine Burma Katze?
Laut FIFe können Burmas bei guter Pflege 15 bis 20 Jahre alt werden. Wichtig sind ein normales Gewicht, regelmäßige Zahnpflege und Kontrollen beim Tierarzt, besonders ab dem mittleren Alter.
Ist die Burma dasselbe wie die Heilige Birma?
Nein, das sind zwei völlig verschiedene Rassen. Die Burma ist eine kurzhaarige, kompakte Katze mit goldgelben Augen. Die Heilige Birma ist halblanghaarig, hat blaue Augen und weiße Pfoten.
Heißt die Burma Katze auch Burmese?
Ja, Burmese ist der englische Name der Burma. Die CFA führt zwei getrennte Rassen: die Burmese, also die Amerikanische Burma in vier Farben, und die European Burmese, die Europäische Burma in zehn Farben, registriert seit 1993 und mit Championstatus seit 2002. Beide gehen auf dieselbe Katze zurück, Wong Mau, die 1930 in die USA kam. Die FIFe kennt nur die Burmese (BUR), die dem europäischen Typ entspricht.
Haart eine Burma Katze stark?
Nein, kaum. Das kurze, eng anliegende Fell hat fast keine Unterwolle, laut CFA haart die Burma nur wenig. Einmal pro Woche mit einer Gummibürste oder einem Gummihandschuh drüberstreichen genügt, damit es glänzt.
Verträgt sich eine Burma Katze mit Hunden?
Meistens ja. Die FIFe beschreibt Burmas als gesellig mit anderen Burmas, Hauskatzen und sogar Hunden. Weil manche Burmas recht dominant sind, solltest du neue Mitbewohner aber langsam und mit Rückzugsorten zusammenführen.
Quellen
- Breed Profile Burmese, Fédération Internationale Féline (FIFe)
- Aristaless-like homeobox protein 1 (ALX1) variant associated with craniofacial structure and frontonasal dysplasia in Burmese cats, PubMed Central, National Library of Medicine (UC Davis, University of Missouri, Langford/University of Bristol)
- Burmese GM2 Gangliosidosis, UC Davis Veterinary Genetics Laboratory
- Feline orofacial pain syndrome (FOPS): a retrospective study of 113 cases (JFMS 2010), PubMed Central, National Library of Medicine
- Mapping of Diabetes Susceptibility Loci in a Domestic Cat Breed with an Unusually High Incidence of Diabetes Mellitus (Genes 2020), PubMed Central, National Library of Medicine
- European Burmese Breed Profile, The Cat Fanciers' Association (CFA)
Stand der Prüfung: November 2026