Zum Inhalt

Bombay Katze: der kleine Panther fürs Wohnzimmer

Katzenrassen 5 Min. Lesezeit geprüft November 2026, 6 Quellen

Bombay Katze mit glänzend schwarzem Fell und kupferfarbenen Augen auf einem Sofa

Die Bombay ist eine mittelgroße, kompakte Kurzhaarkatze mit glänzend schwarzem Fell und kupfer- bis goldfarbenen Augen, ein Panther im Kleinformat. Sie ist extrem anhänglich, verspielt und will überall dabei sein. Sie passt zu Menschen, die eine Katze als ständige Begleiterin wünschen, nicht zu jenen, die viel unterwegs sind.

Herkunft: ein Panther aus Kentucky

Den Namen hat die Bombay von der indischen Hafenstadt, mit Indien hat sie aber nichts zu tun. Gezüchtet wurde sie in den USA: Die Züchterin Nikki Horner aus Louisville, Kentucky, kreuzte Burmakatzen in der Farbe Sable mit schwarzen American Shorthairs. Ihr Ziel war eine Katze, die aussieht wie ein kleiner schwarzer Panther, mit dem anhänglichen Wesen der Burma.

Wann genau alles begann, wird unterschiedlich erzählt. Laut FIFe entstand die Rasse Ende der 1950er-Jahre, die ersten Bombay-Katzen gab es 1958, andere Verbände nennen 1953 oder 1966. Einig sind sich alle bei der Anerkennung durch die CFA: Registrierung 1970, Meisterschaftsstatus 1976.

Heute erkennen fast alle großen Verbände die Bombay an. Die FIFe führt sie bisher nur vorläufig, laut ihrer Rassenliste für den Zeitraum 2023 bis 2027. In Österreich und Deutschland ist die Rasse insgesamt selten.

Bombay Steckbrief: die wichtigsten Fakten

Die Angaben stammen aus den Rassebeschreibungen von CFA, TICA und FIFe. Eine belegte Gewichtsspanne nennen sie nicht, nur dass die Bombay schwerer ist, als sie aussieht.

Steckbrief Bombay (nach CFA, TICA und FIFe)
MerkmalBombay
HerkunftUSA (Kentucky), Kreuzung aus Burma und schwarzer American Shorthair
Größemittelgroß, kompakt und muskulös, überraschend schwer; Kater erst mit etwa 2 Jahren ausgewachsen
Fellsehr kurz, fein und satinartig, glänzt wie Lackleder
Farbenur Schwarz, auch Nase und Pfotenballen
Augengroß und rund, gold bis tief kupferfarben
Lebenserwartunglaut TICA 12 Jahre und mehr
Charaktersehr menschenbezogen, verspielt, verschmust, offen gegenüber Fremden
Pflegeaufwandsehr gering, wenig Haarverlust
Typische GesundheitsthemenHCM, tränende Augen, Burmese Head Defect und Hypokaliämie (Gentests)

Aussehen: Lackschwarz bis zu den Ballen

Die Bombay ist durch und durch schwarz: Fell, Nase und Pfotenballen. Das kurze, eng anliegende Fell glänzt wie Lack, die TICA nennt sie liebevoll das Lacklederkind mit den Augen wie neue Kupfermünzen. Kitten können anfangs etwas bräunliche oder graue Haare haben, das verwächst sich meist.

Der Körper ist mittelgroß, muskulös und überraschend schwer für seine Größe. Laut FIFe ähnelt die Bombay stark der Burma, hat aber einen etwas größeren, längeren Körper, längere Beine und einen geraden, mittellangen Schwanz. Der Kopf ist rund, die Ohren mittelgroß mit abgerundeten Spitzen, die runden Augen leuchten gold- bis kupferfarben. Bei manchen amerikanischen Linien ist die Nase recht kurz, eine moderate Nase ist für die Gesundheit besser.

  • nur eine Farbe: tiefschwarz
  • Augen gold bis tief kupfer, je intensiver, desto erwünschter
  • Kater oft erst mit etwa zwei Jahren ganz ausgewachsen
  • auf deutlich ausgeprägte, nicht zu kurze Nase achten

Charakter: Schatten auf vier Pfoten

Bombays sind ausgesprochen menschenbezogen. Sie folgen dir in die Küche, auf die Toilette und ins Bett und wollen bei allem helfen. Die CFA beschreibt sie als halb Katze, halb Hund und halb Clown: eine Mischung aus der Gelassenheit der American Shorthair und der Neugier und Schoßliebe der Burma. Viele lernen Apportieren oder Tricks und gehen auch an der Leine. Fremden gegenüber sind sie meist offen und neugierig.

Sie sind verspielt, klug und eher ruhig im Ton, lieben aber Wärme und Körperkontakt. Manche lassen sich auf der Schulter durch die Wohnung tragen, andere kriechen abends zu dir unter die Decke. Viele Bombays sind außerdem echte Feinschmeckerinnen mit großem Appetit. Gewöhne sie früh an feste Fütterungszeiten, sonst wirst du schnell zur Futterautomatin auf Abruf.

Bombay Katze bringt ihr Spielzeug zurück wie ein kleiner Hund

Haltung und Pflege

Eine Bombay ist eine gute Wohnungskatze, solange sie nicht lange allein ist. Bei Berufstätigen ist eine zweite, ebenso verträgliche Katze sehr sinnvoll. Kratzbaum, Kuschelhöhle und tägliche Spielzeit machen sie zufrieden.

Das Fell ist sehr pflegeleicht und haart laut CFA nur mäßig bis wenig. Es reicht, zwei- bis dreimal im Monat mit einer Gumminoppenbürste lose Haare zu entfernen. Wer mag, streicht zusätzlich einmal pro Woche mit einem weichen Handschuh oder Fensterleder darüber, schon glänzt es noch mehr. Wichtiger ist die Kontrolle von Gewicht, Augen und Zähnen.

  • Tagesration abwiegen, Bombays neigen zu Übergewicht
  • Augen mit einem feuchten Tuch reinigen, wenn sie tränen
  • warme Liegeplätze, besonders im Winter
  • Zweitkatze bei langen Abwesenheiten

Gesundheit: das Burma-Erbe kennen

Die Bombay gilt wegen ihrer gemischten Abstammung als recht gesund. Laut CFA haben manche Tiere stark tränende Augen, die regelmäßig ausgewischt werden müssen. Außerdem kommt die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) vor, die häufigste Herzkrankheit der Katze. Die TICA rät zu Herzultraschall bei einer Kardiologin oder einem Kardiologen, und zwar nicht nur bei Zuchttieren: Weil HCM oft erst später auftritt, lohnt sich die Kontrolle auch bei deiner eigenen Katze.

Weil die Bombay eng mit der Burma verwandt ist, kann sie auch deren Erbkrankheiten tragen. In amerikanischen Linien ist der Burmese Head Defect bekannt, eine schwere Fehlbildung des Kopfes bei Kitten, die tödlich verläuft. Träger einer Kopie haben laut UC Davis oft ein verkürztes Gesicht. Dafür gibt es einen Gentest, Trägertiere sollten nie miteinander verpaart werden.

Bei kurznasigen Linien kommt es häufiger zu Tränenfluss und Atemproblemen. In Österreich ist die Zucht auf Merkmale, die bei den Nachkommen Atemnot verursachen, nach § 5 Abs. 2 Z 1 Tierschutzgesetz als Qualzucht verboten. Achte deshalb auf eine Bombay mit gut ausgebildeter Nase und offenen Nasenlöchern.

  • Burmese Head Defect: Gentest der Zuchttiere
  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Herzultraschall der Zuchttiere und später auch der eigenen Katze
  • Hypokaliämie (Kaliummangel) aus Burmalinien: Muskelschwäche, vor allem im Nacken; Gentest vorhanden
  • Tränenfluss und Atembeschwerden bei kurzen Nasen
  • Übergewicht durch großen Appetit
Bombay Katze bekommt die Augen sanft mit einem feuchten Pad gereinigt

Bombay Katze kaufen: worauf du achten solltest

Die CFA zählt die Bombay zu ihren selteneren Rassen, auch hierzulande gibt es nur wenige Züchter. Rechne mit Wartezeit oder frag nach einer erwachsenen, aus der Zucht genommenen Katze. Laut CFA ist so eine Katze oft auch günstiger als ein Kitten.

Leichte rostbraune Haare im Kittenfell sind kein Grund zur Sorge. Achte stattdessen auf diese Punkte:

  • Stammbaum eines anerkannten Zuchtverbands
  • Gentests der Eltern auf Burmese Head Defect und Hypokaliämie
  • aktueller Herzultraschall der Elterntiere
  • moderate Nase, keine Atemgeräusche, keine dauernd verklebten Augen
  • Auszug frühestens mit zwölf Wochen, geimpft und gechippt

Für wen ist die Bombay Katze geeignet?

Die Bombay passt zu Menschen, die viel zu Hause sind und eine sehr enge Bindung suchen, auch zu Familien mit Kindern und zu Mehrkatzenhaushalten. Laut FIFe ist sie eine sehr gute Wahl für Familien mit rücksichtsvollen Kindern und katzenfreundlichen Hunden. Wer eine unabhängige Katze möchte, die sich allein beschäftigt, wird mit ihr nicht glücklich.

Nicht jede schwarze Katze ist eine Bombay. Wenn dir vor allem die Farbe gefällt: In jedem Tierheim warten wunderbare schwarze Hauskatzen, die oft länger auf ein Zuhause warten müssen.

  • passt: Homeoffice, Familien, Menschen mit viel Zeit
  • passt: wer eine Katze mit Hundeeigenschaften sucht
  • passt nicht: lange Arbeitstage mit Einzelkatze
  • passt nicht: wer Ruhe und viel Abstand von der Katze möchte

Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine echte Bombay Katze?

An einem Stammbaum eines anerkannten Zuchtverbands. Optisch sind das lackschwarze Fell bis in die Haarwurzel, schwarze Nase und Ballen, der runde Kopf und die kupfer- bis goldfarbenen Augen typisch. Eine schwarze Hauskatze ohne Papiere ist keine Bombay.

Wie alt wird eine Bombay?

Die TICA gibt eine Lebenserwartung von 12 Jahren und mehr an. Ein gesundes Gewicht und regelmäßige Herzkontrollen helfen, dieses Alter fit zu erreichen.

Ist die Bombay eine Schoßkatze?

Ja, viele Bombays lieben Körperkontakt, liegen gern auf dem Schoß und schlafen bei ihren Menschen im Bett. Sie sind aber auch verspielt und brauchen tägliche Beschäftigung.

Was ist der Unterschied zwischen Bombay und Burma?

Die Bombay stammt zur Hälfte von der Burma ab und sieht ihr ähnlich, ist aber immer schwarz. Laut FIFe ist sie etwas größer und länger, mit längeren Beinen. Im Wesen sind beide sehr menschenbezogen, die Bombay hat dazu etwas von der Gelassenheit der American Shorthair.

Haart eine Bombay Katze viel?

Nein. Das kurze, satinartige Fell verliert laut CFA nur mäßig bis wenig Haare. Gelegentliches Bürsten mit einer Gumminoppenbürste reicht meist völlig.

Quellen

Stand der Prüfung: November 2026

Für Katzenleit mit Schmäh

Des, wos si dei Katz eh denkt. Als Leiberl, Hoodie oder Pulli.

Des könnt di a interessieren