LaPerm: Die Lockenkatze vom Bauernhof im Rasseporträt
Katzenrassen 5 Min. Lesezeit geprüft November 2026, 6 Quellen
Die LaPerm ist eine mittelgroße, verschmuste Katze mit lockerem, gewelltem bis lockigem Fell, das sich anfühlt wie eine frische Dauerwelle. Sie ist anhänglich, verspielt und neugierig. Hypoallergen ist sie trotz der Locken nicht, auch wenn das manchmal behauptet wird.
Herkunft: ein kahles Kätzchen auf einer Farm in Oregon
1982 brachte eine Hofkatze auf einer Kirschfarm bei The Dalles in Oregon, USA, ein Kätzchen zur Welt, das völlig kahl war. Bis zum Alter von etwa vier Monaten wuchs ihm ein weiches, lockiges Fell. Die Besitzerin Linda Koehl nannte die Katze Curly und beobachtete, dass sie die Locken an ihre Nachkommen weitergab.
Das Lockengen der LaPerm wird dominant vererbt. Es reicht also, wenn ein Elternteil es trägt, und es unterscheidet sich von den Genen der anderen Rex-Rassen. Aus diesen Farmkatzen entwickelte sich eine eigene Rasse. Die TICA erkannte sie 2002 an, die CFA vergibt seit 2008 den Championstatus, die FIFe hat sie 2015 anerkannt. Der Name spielt auf die englische Bezeichnung für Dauerwelle, perm, an.
In Europa ist die LaPerm noch selten, auch in Österreich gibt es nur wenige Zuchten. Weil die Rasse jung ist, unterscheiden sich die Tiere je nach Linie noch deutlich in Körperbau und Lockenintensität. Schau dir deshalb, wenn möglich, die Elterntiere und ältere Nachzuchten an.
LaPerm Steckbrief: die wichtigsten Fakten
Die Eckdaten auf einen Blick, nach den Angaben von FIFe, CFA und dem britischen Zuchtverband GCCF. Gewicht und Lebenserwartung sind Richtwerte.
| Merkmal | LaPerm |
|---|---|
| Herkunft | Kirschfarm bei The Dalles, Oregon (USA), 1982 |
| Größe | mittelgroß, mittelkräftiger Knochenbau, wirkt schwerer, als sie aussieht |
| Gewicht | ca. 2,3 bis 3,6 kg |
| Fell | Kurzhaar oder Langhaar, gewellt bis lockig, federnd und luftig, alle Farben |
| Ausgewachsen | mit 2 bis 3 Jahren, Kätzinnen früher als Kater |
| Lebenserwartung | ca. 12 bis 15 Jahre |
| Charakter | anhänglich, sanft, neugierig, verschmust, lernt gern Tricks |
| Pflegeaufwand | gering, regelmäßig kämmen, Langhaar etwas öfter |
| Typische Gesundheitsthemen | Pyruvatkinase-Mangel (Gentest), Sonnenbrand an kahlen Stellen |
Aussehen: Locken in allen Längen und Farben
Die LaPerm ist mittelgroß, schlank bis mittelkräftig, mit einem leicht abgerundeten, keilförmigen Kopf, mittelgroßen bis großen Ohren und ausdrucksvollen, mandelförmigen Augen. Es gibt eine Kurzhaar- und eine Langhaarvariante, beide in allen Farben und Mustern.
Das Fell ist locker, leicht und federnd, mit Wellen oder richtigen Korkenzieherlocken. Die engsten Locken sitzen an Kehle, Bauch und Ohransatz. Langhaarige Tiere tragen mit der Reife einen lockigen Kragen und einen Federschwanz, Kurzhaarige einen Schwanz wie eine Flaschenbürste. Kitten werden teils kahl oder glatthaarig geboren und verlieren ihr Fell in den ersten Monaten manchmal noch einmal, bevor die endgültigen Locken wachsen.
Auch erwachsene LaPerms haaren nicht immer gleichmäßig: Im Fellwechsel kann das Fell stellenweise dünn werden, bis hin zu kleinen kahlen Stellen. Das ist bei der Rasse normal und wächst wieder nach.
- Gewicht: ca. 2,3 bis 3,6 kg
- Fell: gewellt bis lockig, leicht und luftig
- Varianten: Kurzhaar und Langhaar
- Farben: alle Farben und Zeichnungen
Charakter: Schoßkatze mit Jagdtrieb
Die LaPerm verbindet zwei Seiten. Sie liebt Körperkontakt, sitzt gern auf dem Schoß und lässt sich ausgiebig kraulen. Gleichzeitig hat sie das Erbe einer Bauernhofkatze: Sie jagt begeistert Spielzeug, klettert und erkundet alles Neue.
Sie ist meist freundlich zu Fremden, kommt gut mit Kindern und anderen Haustieren aus und ist nicht übermäßig laut. Allein sein mag sie nicht besonders, sie ist eine Katze, die ihre Menschen bewusst sucht.
Viele LaPerms sind ausgesprochene Kopfstoßer und reiben ihr Gesicht gern an dir, ein Zeichen großer Zuneigung. Sie mögen Routinen und begrüßen dich oft schon an der Tür, wenn du nach Hause kommst.
Dazu ist sie klug und lässt sich gut erziehen. Viele LaPerms lernen kleine Tricks oder bringen Spielzeug zurück wie ein Hund. Ohne Kletterbaum und wechselndes Spielzeug wird ihr aber schnell langweilig, und dann erfindet sie eigene Spiele, zum Beispiel mit deinen Haargummis.
Haltung und Pflege: Locken nicht kaputtbürsten
Das Lockenfell ist erfreulich pflegeleicht und neigt wenig zum Verfilzen. Geh ein- bis zweimal pro Woche sanft mit einem grobzinkigen Kamm durch, am besten mit drehbaren Zinken, die lose Haare herausholen, ohne gesunde auszureißen. Langhaarige Tiere brauchen etwas öfter einen Kamm. Kleine Knötchen löst du vorsichtig mit den Fingern oder einer weichen Bürste. Zu intensives Bürsten macht die Locken flach und kraus. Manche Halter befeuchten das Fell leicht mit den Händen, damit sich die Locken wieder formen.
Ein Bad braucht eine LaPerm nur, wenn das Fell fettig wird, und dann mit einem Katzenshampoo, nie mit Menschenshampoo. Wo das Fell dünn ist, kann die Haut Sonnenbrand bekommen: Auf Balkon oder Terrasse gehört deshalb immer ein schattiger Platz dazu.
Als Wohnungskatze kommt die LaPerm gut zurecht, braucht aber Spielzeit und Klettermöglichkeiten. Ein gesicherter Balkon oder Garten freut sie, ihr Jagdeifer ist echt.
- ein- bis zweimal pro Woche mit grobem Kamm durchgehen
- keine feinen Zupfbürsten, sie zerstören die Locken
- tägliches Jagdspiel mit Federangel
- Kratzbaum und Kletterplätze
Gesundheit: robustes Bauernhoferbe
Die LaPerm gilt als robust, weil sie aus Hof- und Hauskatzen entstanden ist, und CFA wie GCCF kennen keine rassetypischen Gesundheitsprobleme. Eine Erbkrankheit mit Gentest ist aber auch bei ihr beschrieben: der Pyruvatkinase-Mangel (PK-Mangel), der zu einer meist milden, manchmal wiederkehrenden Blutarmut führen kann. Das Genetiklabor der UC Davis listet den Test für die LaPerm, ebenso die Bestimmung der Blutgruppe.
Weil die Rasse jung ist, werden in manchen Verbänden noch andere Rassen eingekreuzt, etwa Somali, Abessinier, Burma oder Hauskatzen. Diese Katzen sollen gesund und auf die für sie typischen Erbkrankheiten getestet sein. Frag deshalb, welche Rassen in der Abstammung stecken und welche Tests die Eltern haben.
Die Schnurrhaare sind lang und flexibel und dürfen laut FIFe-Standard gelockt, gewellt oder gerade sein, kurze oder abgebrochene sind nur bei Kitten erlaubt. Achte trotzdem auf Eltern mit gut ausgebildeten Schnurrhaaren, Fachleute sehen veränderte Tasthaare bei Lockenkatzen allgemein kritisch.
Beim Kauf gilt: Frag nach dem PK-Gentest und Untersuchungen der Elterntiere. In Österreich dürfen Kitten erst mit über 8 Wochen von der Mutter getrennt werden, fachlich empfohlen sind etwa 12 Wochen, geimpft und entwurmt.
Für wen ist die LaPerm geeignet?
Die LaPerm passt zu Menschen, die eine verschmuste, freundliche und dennoch verspielte Katze wollen: Familien, Paare und auch Katzenanfänger. Sie kommt mit der Wohnung gut zurecht, wenn sie beschäftigt wird.
Weniger passend ist sie für Menschen, die sehr viel unterwegs sind und keine zweite Katze wollen. Allergikerinnen sollten vorsichtig sein: Manche vertragen eine LaPerm besser als andere Katzen, garantiert ist das aber nicht. Verbring vor einer Entscheidung unbedingt mehrere Stunden mit den Tieren.
- passt: Familien mit Kindern, Paare, Katzenanfänger
- passt: Wohnung mit Kletterangebot und täglicher Spielzeit
- passt nicht: lange Einzelhaltung ohne Gesellschaft
- passt nicht: als garantierte Allergikerkatze
Häufige Fragen
Ist die LaPerm hypoallergen?
Nein. Das Hauptallergen der Katze stammt aus Speichel und Haut, nicht aus dem Fell. Das lockige Fell verteilt Haare vielleicht weniger, eine Garantie für Allergiker gibt es aber nicht.
Warum werden LaPerm-Kitten kahl geboren?
Manche Kitten kommen kahl oder glatthaarig zur Welt, andere verlieren ihr Babyfell in den ersten Monaten. Die endgültigen Locken wachsen danach nach, ganz ausgereift ist die Rasse laut FIFe-Standard erst mit zwei bis drei Jahren.
Haart eine LaPerm?
Sie verliert eher wenig Haare, im Fellwechsel aber etwas mehr. Regelmäßiges sanftes Kämmen hält die losen Haare im Zaum.
Darf man eine LaPerm baden?
Ja, aber nur bei Bedarf, etwa wenn das Fell fettig wirkt. Nimm ein mildes Katzenshampoo, nie eines für Menschen, und lass die Locken danach an einem warmen Ort lufttrocknen. Wenn du das Fell nur leicht mit feuchten Händen durchgehst, springen die Locken oft schon wieder in Form.
Verträgt sich eine LaPerm mit Hunden und Kindern?
Meist sehr gut. CFA und GCCF beschreiben sie als sanft und freundlich zu Kindern und anderen Haustieren, auch zu katzenfreundlichen Hunden. Wichtig ist wie immer ein behutsames Kennenlernen und ein Rückzugsort, an den ihr niemand folgt.
Quellen
- LaPerm Breed Profile, The Cat Fanciers' Association (CFA)
- LaPerm Longhair/Shorthair, Rassestandard, Fédération Internationale Féline (FIFe)
- LaPerm, Governing Council of the Cat Fancy (GCCF)
- Pyruvate Kinase Deficiency, Langford Vets, University of Bristol
- La Perm: verfügbare Gentests, UC Davis Veterinary Genetics Laboratory
- 2. Tierhaltungsverordnung, Anlage 1 (Haltung von Katzen), Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)
Stand der Prüfung: November 2026