Katzenpfote: Aufbau, erstaunliche Fakten und die richtige Pfotenpflege
Pflege 5 Min. Lesezeit geprüft November 2026, 4 Quellen
Eine Katzenpfote ist ein kleines Wunderwerk: weiche Ballen zum lautlosen Anschleichen, einziehbare Krallen, Duftdrüsen und Tausende Nervenenden zum Tasten. Gesunde Pfoten brauchen meist wenig Pflege, ein kurzer Blick nach dem Freigang und im Winter etwas Schutz vor Streusalz reichen. Humpelt deine Katze, blutet ein Ballen stark oder ist die Pfote geschwollen, gehört sie zum Tierarzt.
So ist eine Katzenpfote aufgebaut
Die meisten Katzen haben vorne fünf und hinten vier Zehen, zusammen also 18. Die fünfte Zehe vorne sitzt etwas höher an der Innenseite, ähnlich einem Daumen, und berührt beim Gehen nicht den Boden. Dazu kommen pro Pfote die Zehenballen und ein großer Hauptballen, vorne zusätzlich ein kleiner Ballen am Handgelenk.
Katzen sind Zehengänger. Sie laufen also nur auf den Zehen, die Ferse steht hoch in der Luft. Das macht sie schnell, wendig und leise. Die Krallen liegen im Ruhezustand in einer Hauttasche und fahren über Sehnen erst aus, wenn die Katze klettert, kratzt oder zupackt.
- vorne fünf Zehen, hinten vier
- Daumenkralle an der Innenseite der Vorderpfote
- einziehbare Krallen in einer schützenden Hauttasche
- dick gepolsterte Ballen mit vielen Nervenenden
- Haare zwischen den Zehen, besonders bei Langhaarkatzen
Erstaunliche Fakten rund um die Samtpfote
Die Ballen sind nicht nur Stoßdämpfer, sondern auch Sinnesorgan. Katzen spüren damit feinste Vibrationen und prüfen, ob der Untergrund sicher ist. Manche Katzen tippen Wasser oder Futter erst mit der Pfote an, bevor sie es probieren.
Zwischen den Ballen sitzen Duftdrüsen. Beim Kratzen markiert die Katze damit ihr Revier, und auch beim Milchtritt auf deinem Bauch hinterlässt sie ihren Duft. Schweißdrüsen sitzen bei Katzen außerdem vor allem an den Pfotenballen. Feuchte Pfotenabdrücke auf dem Behandlungstisch beim Tierarzt sind also ein Zeichen von Aufregung.
- die Farbe der Ballen passt oft zur Fellfarbe, bei Glückskatzen sind sie gern gefleckt
- manche Katzen haben mehr Zehen als üblich, man nennt sie polydaktyl
- der Milchtritt stammt aus der Kittenzeit und zeigt Wohlbefinden
- Beobachtungen deuten darauf hin, dass viele Katzen eine Lieblingspfote haben, ähnlich wie Rechts- oder Linkshänder
Pfotenpflege im Alltag
Gesunde Pfoten pflegt die Katze selbst. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Blick, etwa einmal pro Woche beim Kuscheln, bei Freigängern öfter. Gewöhne deine Katze schon früh daran, dass du ihre Pfoten anfasst, das erleichtert später das Krallenschneiden und den Tierarztbesuch.
Bei Langhaarkatzen wachsen zwischen den Ballen oft lange Haare. Dort verfangen sich Katzenstreu, Kletten oder Kot, und die Katze rutscht auf glatten Böden leichter aus. Du kannst diese Haare vorsichtig mit einer kleinen, abgerundeten Schere auf Ballenhöhe kürzen. Schneide nie in die Haut zwischen den Zehen.
- Ballen auf Risse, Schnitte und Fremdkörper prüfen
- Zehenzwischenräume auf Kletten, Grannen und Streureste kontrollieren
- Krallen anschauen, vor allem die Daumenkralle
- lange Haare zwischen den Ballen bei Bedarf kürzen
- auf Schwellungen, Wärme oder Geruch achten
Pfoten im Winter: Streusalz, Splitt und Kälte
Für Freigänger in der Stadt ist der Winter eine echte Herausforderung für die Pfoten. Streusalz trocknet die Ballen aus, kann sie rissig machen und brennt in kleinen Wunden. Schlimmer noch: Die Katze leckt sich die Pfoten sauber und nimmt dabei Salz und manchmal auch Frostschutzmittel von Gehsteigen und Garagen auf. Frostschutzmittel ist für Katzen schon in kleinen Mengen lebensgefährlich.
Wisch deinem Freigänger deshalb im Winter nach jedem Ausflug die Pfoten mit einem feuchten Tuch und lauwarmem Wasser ab und trockne sie gut. Spezielle Pfotenbalsame für Tiere können rissige Ballen pflegen, sie sollten aber unbedenklich zum Ablecken sein. Ätherische Öle haben darin nichts verloren.
Verletzte Pfote: was jetzt zu tun ist
Ballen sind stark durchblutet. Selbst ein kleiner Schnitt durch eine Glasscherbe kann deshalb heftig bluten und dramatisch aussehen. Drück ein sauberes Tuch oder eine Kompresse einige Minuten auf die Wunde und bring deine Katze dann zum Tierarzt. Schnittwunden am Ballen müssen oft genäht werden, und sie heilen nur gut, wenn sie früh versorgt werden.
Humpelt deine Katze, ohne dass du eine Wunde siehst, kann ein Fremdkörper, eine eingewachsene Kralle oder ein Biss dahinterstecken. Bissverletzungen nach Raufereien sind tückisch: Die kleinen Einstiche schließen sich schnell, darunter entwickelt sich aber oft innerhalb von zwei bis drei Tagen ein schmerzhafter Abszess. Auch Insektenstiche lassen Pfoten schnell anschwellen.
- Blutung mit sanftem Druck stillen
- keine Salben oder Desinfektionsmittel für Menschen verwenden
- Fremdkörper, der tief steckt, nicht selbst herausziehen
- Katze ruhig in die Transportbox setzen und zum Tierarzt
- Humpeln länger als einen Tag immer abklären lassen
Geschwollene, verfärbte oder rissige Ballen: was dahinterstecken kann
Nicht jede Veränderung an der Katzenpfote kommt von einer Verletzung. Wirkt ein Ballen weich, schwammig und aufgepolstert, manchmal mit feinen weißlichen Streifen oder Schuppen, kann eine sogenannte Kissenpfote dahinterstecken (plasmazelluläre Pododermatitis). Dabei entzündet sich das Gewebe des Ballens, meist am großen Hauptballen, oft an mehreren Pfoten. Helle Ballen können sich lila verfärben.
Anfangs stört das manche Katzen kaum, mit der Zeit kann der Ballen aber schmerzen, aufbrechen und bluten. Viele Katzen kommen erst wegen Humpelns in die Praxis. Die Ursache ist nicht ganz geklärt, vermutet wird eine Fehlreaktion des Immunsystems. Die Erkrankung lässt sich gut behandeln, heilt aber selten von allein. Lass geschwollene Ballen deshalb immer anschauen, auch wenn deine Katze noch normal läuft.
Eine einzelne dicke, warme Zehe oder Pfote spricht dagegen eher für einen Abszess nach einem Biss oder einen Fremdkörper. Und rissige, trockene Ballen sehen Tierärzte vor allem im Winter bei Freigängern, die durch Streusalz laufen.
| Was du siehst | Mögliche Ursache | Was du tust |
|---|---|---|
| Ballen trocken oder leicht rissig, Katze läuft normal | Streusalz, Kälte, trockene Heizungsluft | Pfoten nach dem Freigang abwischen, beobachten |
| Ballen weich, aufgepolstert, gestreift oder lila | Kissenpfote (Entzündung des Ballens) | bald zum Tierarzt |
| eine Zehe oder Pfote dick, warm, Katze humpelt | Abszess nach Biss, Fremdkörper, Stich | noch heute zum Tierarzt |
| Kralle wächst in den Ballen | zu lange Kralle, oft bei älteren Katzen | zeitnah in der Praxis kürzen lassen |
| Schnitt im Ballen, starke Blutung | Scherbe, scharfe Kante | Druckverband, sofort zum Tierarzt |
Gesunde Pfoten zu Hause: Böden, Kratzbäume, Katzenklo
Auch die Wohnung beeinflusst die Pfotengesundheit. Ein stabiler Kratzbaum mit Sisal und ein paar Kratzbretter an verschiedenen Stellen helfen, die Krallen natürlich abzunutzen. Auf sehr glatten Böden rutschen vor allem ältere Katzen leicht aus, ein paar Teppichläufer an Lieblingswegen geben Halt.
Achte beim Katzenklo auf eine Streu, die nicht an den Pfoten klebt oder stark staubt, und halte die Toilette sauber. Und bei Reinigungsmitteln gilt: Was auf dem Boden landet, landet über die Pfoten auch im Katzenmaul. Wische nach dem Putzen mit klarem Wasser nach, wenn du scharfe Mittel verwendet hast.
Pfoten von Kitten und Seniorkatzen: worauf du achten solltest
Bei Kitten ist jetzt die beste Zeit, um Pfotenkontrollen zur Gewohnheit zu machen. Nimm die Pfote kurz in die Hand, drück sanft auf einen Ballen, damit die Kralle herauskommt, und gib gleich danach ein Leckerli. Wenige Sekunden reichen. Eine Katze, die das von klein auf kennt, lässt sich später viel leichter die Krallen schneiden oder eine Wunde versorgen.
Bei älteren Katzen lohnt sich ein genauerer Blick. Wer mit schmerzenden Gelenken weniger klettert und kratzt, nutzt seine Krallen nicht mehr ab. Sie werden dicker, länger und können sich bis in den Ballen krümmen. Das tut weh und kann sich entzünden. Schau dir deshalb bei Senioren einmal pro Woche alle Krallen an, besonders die Daumenkralle, die nie den Boden berührt. Wie du sie kürzt, steht im Ratgeber zum Krallenschneiden bei Katzen.
Typische Zeichen, dass Krallen zu lang sind: Die Katze bleibt mit den Krallen in Decken hängen, die Krallen sind auch im Liegen sichtbar, oder du hörst sie beim Gehen auf dem Parkett klackern. Weil ältere Katzen oft Arthrose haben, gehst du dabei besonders sanft vor und hältst die Pfote nicht in eine unbequeme Richtung.
Häufige Fragen
Wie viele Zehen hat eine Katze?
Meist 18: fünf an jeder Vorderpfote und vier an jeder Hinterpfote. Polydaktyle Katzen haben mehr, oft sechs oder sieben Zehen an einer Pfote. Das ist eine harmlose genetische Besonderheit, solange die Krallen richtig wachsen.
Warum mag meine Katze nicht an den Pfoten angefasst werden?
Die Pfoten sind voller Nervenenden und für die Katze ein wichtiges Werkzeug. Viele mögen es deshalb nicht, wenn man sie festhält. Mit kurzen, positiven Berührungen und Leckerli kannst du sie langsam daran gewöhnen.
Darf ich die Ballen meiner Katze eincremen?
Nur mit einem Pfotenbalsam für Tiere, der beim Ablecken unbedenklich ist. Handcreme für Menschen enthält oft Duftstoffe und Zusätze, die nicht in den Katzenmagen gehören. Gesunde Ballen brauchen in der Regel keine Creme.
Warum leckt meine Katze ständig ihre Pfoten?
Pfoten putzen gehört zur normalen Fellpflege, vor allem nach dem Fressen oder dem Freigang. Leckt oder knabbert sie aber auffällig oft an einer Pfote, humpelt sie oder ist eine Stelle gerötet oder kahl, steckt oft ein Fremdkörper, eine Entzündung, Juckreiz oder Schmerz dahinter. Dann lass die Pfote untersuchen.
Kann sich eine Katze die Pfoten verbrennen?
Ja. Typisch sind Sprünge auf ein noch heißes Ceranfeld oder eine Herdplatte, im Sommer auch heißer Asphalt oder Blechdächer. Kühle die Pfote einige Minuten mit lauwarmem bis kühlem Wasser, nicht eiskalt, und lass sie anschauen, wenn die Haut sich verändert oder die Katze die Pfote schont.
Wie oft sollte ich die Pfoten meiner Katze kontrollieren?
Bei Wohnungskatzen reicht ein kurzer Blick etwa einmal pro Woche, am besten beim Kuscheln. Freigänger schaust du dir öfter an, im Winter nach jedem Ausflug. Bei Seniorkatzen kontrollierst du wöchentlich auch die Krallen, weil sie sich weniger abnutzen.
Quellen
- Cat bites and abscesses, International Cat Care (iCatCare)
- Cats and poisons, International Cat Care (iCatCare)
- Trimming your cat's claws, International Cat Care (iCatCare)
- Immune-Mediated Dermatoses in Cats (Plasma Cell Pododermatitis), Today's Veterinary Practice (NAVC), Heng L. Tham, Virginia-Maryland College of Veterinary Medicine
Stand der Prüfung: November 2026