Kartäuser Katze: Charakter, Haltung und der Unterschied zur Britisch Kurzhaar
Katzenrassen 5 Min. Lesezeit geprüft November 2026, 3 Quellen
Die echte Kartäuser, international Chartreux genannt, ist eine kräftige, blaugraue Katze aus Frankreich mit kupfer- bis orangefarbenen Augen und einem ruhigen, sanften Wesen. Aber Achtung: Im deutschsprachigen Raum wird fast jede graue Katze Kartäuser genannt. Die meisten davon sind blaue Britisch Kurzhaar oder Hauskatzen, und das ist ein wichtiger Unterschied.
Herkunft: von französischen Mönchen oder doch vom Wollstoff?
Die Legende erzählt, Kartäusermönche hätten die blauen Katzen in ihren Klöstern gehalten. Belegt ist das nicht, die FIFe hält die Mönchsgeschichte sogar für widerlegt. Wahrscheinlicher ist, dass der Name von einer spanischen Wolle aus dem 18. Jahrhundert stammt, „pile des Chartreux“, an die das Fell erinnerte.
Die gezielte Zucht begann in den 1920er-Jahren in Frankreich. In den 1960er-Jahren war die Rasse so ingezüchtet, dass die FIFe Kreuzungen mit Britisch Blau erlaubte, beide teilten einige Jahre einen gemeinsamen Standard. 1977 wurden die Standards wieder getrennt, seither ist die Chartreux bei der FIFe eine eigene Rasse. In Frankreich gilt sie als Nationalkatze.
Eine hübsche französische Tradition pflegen Züchter bis heute: Alle Kitten eines Jahrgangs bekommen Namen mit demselben Anfangsbuchstaben. Laut CFA werden dafür nur 20 Buchstaben verwendet, K, Q, W, X, Y und Z fallen weg. Am Namen im Stammbaum siehst du also oft, in welchem Jahr eine Chartreux geboren ist.
Kartäuser Katze Steckbrief: die wichtigsten Fakten
Die Eckdaten der echten Chartreux auf einen Blick, nach den Rassebeschreibungen von CFA und FIFe. Wenn eine angebliche Kartäuser in mehreren Punkten abweicht, etwa grüne Augen oder ein kurzes, rundes Gesicht hat, ist sie sehr wahrscheinlich eine andere Rasse oder eine graue Hauskatze.
| Merkmal | Kartäuser (Chartreux) |
|---|---|
| Herkunft | Frankreich, gezielte Zucht seit den 1920er-Jahren |
| Größe | mittelgroß bis groß, kräftiger Körper auf mittelhohen, eher feinen Beinen |
| Gewicht | Kater bis ca. 6,5 kg, Kätzinnen deutlich leichter |
| Ausgewachsen | mit etwa 3 bis 5 Jahren |
| Fell | dicht, leicht wollig, etwas wasserabweisend, mit isolierender Unterwolle |
| Farbe | nur Blaugrau, von Asch- bis Schiefergrau, Spitzen leicht silbrig |
| Augen | gold bis kupfer, grüne Augen schließen von der Zucht aus |
| Charakter | ruhig, freundlich, leise, anhänglich ohne aufdringlich zu sein |
| Pflegeaufwand | gering bis mittel, im Fellwechsel im Frühling und Herbst öfter kämmen |
| Typische Gesundheitsthemen | Patellaluxation, Übergewicht nach der Kastration |
Kartäuser oder Britisch Kurzhaar: so erkennst du den Unterschied
Hier entsteht die meiste Verwirrung. Wer in Österreich ein Inserat für eine Kartäuser findet, bekommt meistens eine blaue Britisch Kurzhaar, oft ohne Papiere. Echte Chartreux sind hierzulande selten und haben einen Stammbaum eines anerkannten Verbandes, in dem ausdrücklich die Rasse Chartreux steht.
Optisch helfen ein paar Merkmale. Die Britisch Kurzhaar ist rundum rund: großer runder Kopf, kurze Nase mit deutlichem Knick, kleine Ohren, kurze kräftige Beine. Die Chartreux wirkt eher wie ein kräftiger Körper auf schlankeren Beinen, ihr Kopf ist breit, aber nicht kugelrund, und die Nase ist gerade ohne Knick.
- Farbe: Chartreux gibt es nur in Blaugrau, Britisch Kurzhaar in vielen Farben
- Nase: Chartreux gerade, Britisch Kurzhaar kurz mit deutlichem Stopp
- Gesicht: Chartreux mit schmalerer Schnauze und typischem Lächeln, BKH mit runden Pausbacken
- Beine: Chartreux eher schlank im Verhältnis zum Körper, BKH kurz und stämmig
- Papiere: im Stammbaum muss Chartreux stehen, nicht nur der Name Kartäuser im Inserat
Aussehen und Charakter: ruhige Kraft
Die Chartreux ist mittelgroß bis groß und muskulös, Kater sind deutlich schwerer als Kätzinnen. Ausgewachsen ist sie erst mit drei bis fünf Jahren. Das dichte, leicht wollige Fell steht etwas vom Körper ab und ist wasserabweisend. Die runden Augen leuchten gold- bis kupferfarben, ein tiefes Orange ist erwünscht, durch die Form der Schnauze scheint sie leicht zu lächeln.
Im Wesen ist sie ruhig, freundlich und anpassungsfähig. Sie miaut wenig und eher leise, manche zirpen nur. Sie hängt an ihren Menschen, folgt ihnen gern, ist aber nicht aufdringlich. Beim Spielen zeigt sie überraschend viel Jagdeifer.
Die CFA beschreibt sie außerdem als blitzschnell und erstaunlich hundeähnlich: Manche Chartreux bringen Spielzeug zurück, gehen an der Leine spazieren und hören auf ihren Namen. Sie lieben feste Rituale. Laut FIFe sind erwachsene Tiere eher wenig aktiv, Kitten dafür umso mehr, und sie suchen sich ruhige Plätze abseits vom Trubel.
- Gewicht: Kater bis etwa 6,5 kg, Kätzinnen deutlich leichter
- Augen: gold bis kupfer, nie grün
- Stimme: leise, selten
Haltung und Pflege
Die Chartreux ist eine gute Wohnungskatze, wenn sie Kratz- und Klettermöglichkeiten und tägliches Spiel bekommt. Sie verträgt sich meist gut mit anderen Katzen und ruhigen Hunden. Weil sie gern frisst und besonders nach der Kastration zunimmt, solltest du auf ihr Gewicht achten.
Das dichte Fell braucht einmal pro Woche eine Bürste, im Fellwechsel im Frühling und Herbst öfter, weil dann viel Unterwolle ausfällt.
Zum Kämmen eignet sich ein Metallkamm mit weit stehenden Zinken. Er löst die Unterwolle, bevor sie verfilzt, und reduziert Haarballen. Baden ist praktisch nie nötig, das dichte Fell wird ohnehin kaum richtig nass. Wichtiger ist die Futterschüssel: Die FIFe weist darauf hin, dass Chartreux gern viel fressen und nach der Kastration schnell zunehmen. Wiege das Futter ab und bau tägliche Spielrunden ein.
Gesundheit: worauf du achten solltest
Die Chartreux gilt als robuste Rasse. Als erblich gilt bei ihr die Patellaluxation, also eine Kniescheibe, die aus ihrer Führung springt. Seriöse Züchterinnen lassen die Knie der Zuchttiere tierärztlich untersuchen und züchten nicht mit betroffenen Tieren. Auch die Herzerkrankung HCM kommt bei Katzen allgemein vor, ein Herzultraschall der Elterntiere ist ein gutes Qualitätszeichen.
Die gute Nachricht: Kitten und erwachsene Katzen können tierärztlich auf Patellaluxation untersucht werden. Laut CFA haben Tiere mit leichter Ausprägung meist keine Bewegungsprobleme, sollten aber nicht zur Zucht verwendet werden. Zeigt deine Kartäuser Hinken, springt sie ungern oder streckt sie beim Gehen kurz ein Hinterbein weg, lass die Knie anschauen.
Bei einer vermeintlichen Kartäuser, die in Wahrheit eine Britisch Kurzhaar ist, gelten deren Themen: Bei der BKH sind die erbliche Nierenzystenerkrankung PKD und HCM bekannt. Frag deshalb immer nach Gentests und Untersuchungsnachweisen.
Echte Kartäuser kaufen: so findest du eine Chartreux
Weil die Rasse selten ist, brauchst du Geduld. Die meisten Inserate mit Kartäuser im Titel zeigen blaue Britisch Kurzhaar, graue Hauskatzen oder Mischlinge. Das ist nicht schlimm, solange du weißt, was du kaufst, und keinen Rassepreis für eine Katze ohne Nachweis zahlst.
In Österreich müssen Katzen, mit denen gezüchtet wird, gechippt und in der Heimtierdatenbank registriert sein. Frag nach der Registrierung, besuch die Zucht und schau dir die Mutterkatze an. Seriöse Züchterinnen erzählen dir offen von Kniekontrollen und Herzuntersuchungen ihrer Tiere.
- Stammbaum eines anerkannten Verbandes mit der Rasse Chartreux
- Augen gold bis kupfer, nie grün, kein weißer Fleck am Hals
- gerade Nase ohne deutlichen Knick, schmale Schnauze
- Elterntiere tierärztlich auf Patellaluxation untersucht
- Zucht gechippt und in der Heimtierdatenbank registriert
Für wen ist die Kartäuser Katze geeignet?
Die Chartreux passt zu Menschen, die eine ausgeglichene, leise und freundliche Katze suchen: Familien, Paare, Berufstätige mit Partnerkatze und auch Katzenanfänger. Sie kommt mit Wohnungshaltung gut zurecht.
Weniger passend ist sie, wenn du eine sehr redselige Katze oder eine ständige Schoßkatze suchst. Und wer unbedingt eine echte Chartreux will, sollte bereit sein, lange zu suchen und nicht auf das erstbeste graue Kätzchen im Kleinanzeigenportal hereinzufallen.
Häufige Fragen
Ist jede graue Katze eine Kartäuser?
Nein. Kartäuser ist im Alltag ein Sammelbegriff für graue Katzen geworden. Die Rasse Chartreux ist aber eine eigene, seltene Rasse mit Stammbaum. Eine graue Hauskatze ist genauso liebenswert, nur eben keine Kartäuser.
Wie alt wird eine Kartäuser Katze?
Verlässliche Zahlen speziell für diese Rasse gibt es kaum. Wie andere gesunde Katzen werden viele 12 bis 15 Jahre alt oder älter. Ein gesundes Gewicht und regelmäßige Tierarzt-Checks helfen dabei.
Sind Kartäuser Katzen verschmust?
Sie sind anhänglich und suchen die Nähe ihrer Menschen, drängen sich aber nicht auf. Viele liegen lieber neben dir als auf dir.
Sind Kartäuser Katzen für Allergiker geeignet?
Nein. Die CFA rät Allergikern wegen der vielen wolligen Unterhaare ausdrücklich von der Chartreux ab. Wer auf Katzen allergisch reagiert, sollte vor dem Kauf mehrere Stunden mit der Rasse verbringen und ärztlichen Rat einholen.
Darf eine Kartäuser einen weißen Fleck haben?
Nach dem Rassestandard nicht. Ein weißes Medaillon am Hals, grüne Augen oder ein sichtbarer Knick im Schwanz führen bei der CFA zur Disqualifikation. Als Familienkatze ist so ein Tier natürlich genauso liebenswert, nur eben kein Ausstellungstier.
Quellen
- Chartreux Breed Profile, The Cat Fanciers' Association (CFA)
- Chartreux, Fédération Internationale Féline (FIFe)
- Tierschutzgesetz § 24a (Kennzeichnung und Registrierung), RIS, Bundeskanzleramt Österreich
Stand der Prüfung: November 2026